In Kürze

  • ETH Zürich, EPFL und das CSCS haben am 24. Juli 2026 im Rahmen der Swiss AI Initiative Apertus 1.5 veröffentlicht – die neue Version des vollständig offenen Schweizer Sprachmodells in den Grössen 8 und 70 Milliarden Parameter, trainiert mit zusätzlich 4 respektive 2 Billionen multimodalen Trainings-Token auf dem Supercomputer «Alps» in Lugano.
  • Neu verarbeitet Apertus 1.5 nicht mehr nur Text, sondern auch Bilder und Audio als Eingabe; das Kontextfenster wurde auf 262'144 Token vervierfacht, und ein optionaler «Thinking»-Modus verbessert die Leistung bei komplexen Denkaufgaben.
  • Zusätzlich zur Hauptversion veröffentlichten die Institutionen mit «Apertus Mini» eine Reihe von 16 kompakten, destillierten und quantisierten Modellen für ressourcenbeschränkte Anwendungen; Version 2.0 ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant.

Was ist passiert?

ETH Zürich, die EPFL und das Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) haben am 24. Juli 2026 im Rahmen der gemeinsamen Swiss AI Initiative die neue Modellversion Apertus 1.5 veröffentlicht. Das vollständig offene Sprachmodell erscheint weiterhin in zwei Grössen mit 8 und 70 Milliarden Parametern; für das Update wurden dem kleineren Modell rund 4 Billionen, dem grösseren rund 2 Billionen zusätzliche, multimodale Trainings-Token hinzugefügt. Trainiert wurde das Modell erneut auf dem Supercomputer «Alps» in Lugano, einem der leistungsfähigsten Rechenzentren Europas.

Die wichtigste technische Neuerung betrifft die Eingabeformate: Apertus 1.5 verarbeitet neu nicht mehr nur Text, sondern auch Bilder und Audiodaten und generiert daraus weiterhin Textantworten. Das Kontextfenster – also die Textmenge, die das Modell gleichzeitig verarbeiten kann – wurde von zuvor 65'536 auf 262'144 Token vervierfacht. Ein verbessertes Nachtrainingsverfahren erlaubt zudem einen optionalen «Thinking»-Modus, der die Leistung bei komplexen Schlussfolgerungsaufgaben verbessern soll. Parallel zur Hauptversion veröffentlichten die Institutionen mit «Apertus Mini» eine Familie von 16 kompakten Modellen, die mittels Destillation und Quantisierung auch auf ressourcenbeschränkter Hardware betrieben werden können.

Warum ist das wichtig?

Apertus verfolgt seit seiner ersten Veröffentlichung im September 2025 einen bewusst anderen Ansatz als die grossen US-Anbieter: Trainingsdaten, Quellcode, Modellgewichte und einzelne Trainingsschritte werden vollständig offengelegt, statt wie bei ChatGPT, Claude oder Gemini nur über eine API zugänglich zu sein. Diese Transparenz macht Apertus zu einem der wenigen grossen Sprachmodelle weltweit, die bereits heute die Transparenzanforderungen erfüllen, die der EU AI Act für sogenannte General-Purpose-KI-Modelle vorschreibt.

Mit der neuen Multimodalität schliesst Apertus 1.5 zudem eine wichtige Funktionslücke gegenüber kommerziellen Konkurrenzmodellen, die Bild- und Audioverarbeitung längst standardmässig anbieten. Für die Schweizer KI-Forschung ist das Update auch deshalb bedeutsam, weil es zeigt, dass ein öffentlich finanziertes, offenes Modell technisch mit der kommerziellen Konkurrenz mithalten kann, ohne auf Geschäftsgeheimnisse oder geschlossene Architekturen angewiesen zu sein.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.

  • Apertus ist kein internationales Modell mit Schweizer Einordnung, sondern selbst ein Schweizer Produkt: Es entsteht im Rahmen der mit 20 Millionen Franken bis 2028 finanzierten Swiss AI Initiative von ETH Zürich und EPFL und wird auf dem Schweizer Supercomputer «Alps» in Lugano trainiert – ein zentraler Baustein der von Politik und Wirtschaft geforderten digitalen Souveränität.
  • Weil Trainingsdaten, Code, Gewichte und Trainingsschritte vollständig offengelegt sind, erfüllt Apertus als eines der ersten grossen Sprachmodelle die Transparenzanforderungen des EU AI Act an General-Purpose-KI – ein Vorteil für Schweizer Unternehmen, die ein europarechtskonformes Modell ausserhalb der grossen US-Anbieter suchen.
  • Über Plattformen wie Public AI und Hugging Face steht Apertus 1.5 Schweizer KMU, Verwaltungen und Forschungseinrichtungen kostenlos zum Selbstbetrieb zur Verfügung; die neue Multimodalität eröffnet damit auch hiesigen Organisationen ohne Zugang zu proprietären US-Modellen neue Anwendungsfelder wie automatisierte Dokumentenanalyse mit Bildinhalten oder Spracherkennung in den Landessprachen.

Verwendete Quellen

Das Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) sowie das ETH AI Center und die EPFL veröffentlichten am 24. Juli 2026 gemeinsame Mitteilungen zum Release von Apertus 1.5; inside-it.ch ordnete die Neuerungen am 27. Juli 2026 zusätzlich ein, die Modellgewichte sind auf Hugging Face öffentlich einsehbar.

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Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu Schweizer Sprachmodell Apertus bekommt grosses Update: Version 1.5 wird multimodal?

ETH Zürich, EPFL und das CSCS haben am 24. Juli 2026 im Rahmen der Swiss AI Initiative Apertus 1.5 veröffentlicht – die neue Version des vollständig offenen Schweizer Sprachmodells in den Grössen 8 und 70 Milliarden Parameter, trainiert mit zusätzlich 4 respektive 2 Billionen multimodalen Trainings-Token auf dem Supercomputer «Alps» in Lugano.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Apertus ist kein internationales Modell mit Schweizer Einordnung, sondern selbst ein Schweizer Produkt: Es entsteht im Rahmen der mit 20 Millionen Franken bis 2028 finanzierten Swiss AI Initiative von ETH Zürich und EPFL und wird auf dem Schweizer Supercomputer «Alps» in Lugano trainiert – ein zentraler Baustein der von Politik und Wirtschaft geforderten digitalen Souveränität.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

Das Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) sowie das ETH AI Center und die EPFL veröffentlichten am 24. Juli 2026 gemeinsame Mitteilungen zum Release von Apertus 1.5; inside-it.ch ordnete die Neuerungen am 27. Juli 2026 zusätzlich ein, die Modellgewichte sind auf Hugging Face öffentlich einsehbar.