In Kürze

  • Imanol Schlag (ETH AI Center) und Martin Jaggi (EPFL), die Co-Leiter des Apertus-Projekts, haben am 2. Oktober 2026 am AI+X Summit in Zürich erste Details zur nächsten Modellgeneration Apertus 2.0 vorgestellt, die laut Projektplan 2027 erscheinen soll.
  • Das Training läuft bereits auf Tausenden Grafikkarten des Supercomputers Alps am Schweizer Hochleistungsrechenzentrum CSCS in Lugano; Apertus 2.0 soll das grösste Modell werden, das die Projektgruppe mit der eigenen Infrastruktur trainieren kann.
  • Im Fokus der Weiterentwicklung stehen laut den Projektverantwortlichen vor allem drei Bereiche: Programmierung, Mathematik und neue Fähigkeiten für KI-Agenten, die mehrstufige Aufgaben selbständig ausführen können – bei etwa gleichbleibenden Betriebskosten wie bei der aktuellen Version 1.5.

Was ist passiert?

Am 2. Oktober 2026 haben Imanol Schlag, Forscher am ETH AI Center, und EPFL-Professor Martin Jaggi am AI+X Summit in Zürich erste Details zur nächsten Generation des Schweizer Sprachmodells Apertus vorgestellt. Die beiden leiten das Apertus-Projekt gemeinsam und kündigten an, dass das Training von Apertus 2.0 bereits auf Tausenden Grafikkarten des Supercomputers Alps am Schweizer Hochleistungsrechenzentrum CSCS in Lugano laufe. Laut Schlag soll Apertus 2.0 das grösste Modell werden, das die Projektgruppe mit der eigenen Infrastruktur trainieren kann – ein deutlicher Schritt über die aktuelle, im Juli 2026 veröffentlichte Version 1.5 hinaus.

Die Weiterentwicklung konzentriert sich laut den Projektverantwortlichen auf drei Schwerpunkte: bessere Fähigkeiten beim Programmieren, bei mathematischen Aufgaben und bei der eigenständigen Ausführung mehrstufiger Aufgaben durch KI-Agenten. Der geplante Erscheinungstermin ist das erste Quartal 2027, eine weiter verbesserte Version soll bis Ende 2027 folgen. Trotz der grösseren Fähigkeiten soll der Betrieb von Apertus 2.0 laut den Projektverantwortlichen ungefähr gleich viel kosten wie der der aktuellen Version.

Warum ist das wichtig?

Apertus ist das einzige vollständig offene, transparente und mehrsprachige Grosssprachmodell, das von Schweizer Institutionen – ETH Zürich, EPFL und CSCS – selbst entwickelt und trainiert wird. Im Gegensatz zu den meisten kommerziellen US- und chinesischen Modellen sind Trainingsdaten, Code und Gewichte von Apertus vollständig öffentlich einsehbar, was es für Forschung, Verwaltung und regulierte Branchen attraktiv macht, die Nachvollziehbarkeit und Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern verlangen.

Die Ankündigung am AI+X Summit, dem Hauptanlass des Zurich AI Festivals mit rund 2000 Teilnehmenden, mehr als 150 Fachreferentinnen und -referenten und über 50 Ausstellenden, unterstreicht den Anspruch der Projektgruppe, die Weiterentwicklung von Apertus nicht losgelöst, sondern im engen Austausch mit der Schweizer KI-Community, der Industrie und der Politik voranzutreiben. Angesichts des intensiven globalen Wettbewerbs um immer leistungsfähigere Sprachmodelle ist das Zeitfenster bis zur geplanten Veröffentlichung 2027 entsprechend ambitioniert.

Was bedeutet das für den Forschungsstandort Schweiz?

Apertus ist zu einem zentralen Baustein der Schweizer Strategie geworden, die digitale Souveränität im Bereich künstlicher Intelligenz zu stärken – ein Anliegen, das durch die jüngste BCG-Studie zur Illusion vollständiger KI-Souveränität zusätzliche Aktualität erhalten hat. Ein grösseres, leistungsfähigeres Nachfolgemodell würde diesen Anspruch untermauern, sofern es gelingt, die Trainingskosten trotz höherer Leistungsfähigkeit im Rahmen zu halten, wie es die Projektverantwortlichen in Aussicht stellen.

Für Schweizer KMU und Behörden, die bereits heute auf Apertus 1.5 setzen – etwa für die KI-gestützte Übersetzung amtlicher Dokumente im Kanton Tessin oder über die seit September 2026 bestehende Partnerschaft mit Protons datenschutzfreundlichem KI-Assistenten Lumo –, eröffnet die angekündigte Fokussierung auf Programmierung, Mathematik und Agentenfähigkeiten konkrete neue Anwendungsfelder. Ob diese Versprechen eingehalten werden können, wird sich frühestens mit der für 2027 geplanten Veröffentlichung zeigen.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.

  • Apertus bleibt das einzige vollständig offene, von Schweizer Hochschulen entwickelte grosse Sprachmodell und damit ein zentraler Baustein der Schweizer Digitalstrategie zur Verringerung der Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen KI-Anbietern – ein Thema, das zuletzt auch die BCG-Studie zur Illusion vollständiger KI-Souveränität aufgegriffen hat.
  • Die Ankündigung erfolgte bewusst im Rahmen des Zürcher AI+X Summit, dem Kernanlass des Zurich AI Festivals und Treffpunkt von Forschung, Industrie, Start-ups und Politik – ein Signal, dass ETH und EPFL die Weiterentwicklung von Apertus eng mit der Schweizer KI-Community und potenziellen Anwenderinnen und Anwendern abstimmen wollen.
  • Für Schweizer KMU und Verwaltungen, die bereits heute auf Apertus 1.5 setzen – etwa für die KI-gestützte Übersetzung amtlicher Dokumente im Kanton Tessin oder über die Partnerschaft mit Protons KI-Assistenten Lumo –, verspricht die angekündigte Fokussierung auf Programmierung und Agentenfähigkeiten konkrete neue Einsatzmöglichkeiten, sofern das ambitionierte Zeitziel 2027 eingehalten werden kann.

Verwendete Quellen

Blick berichtete am 2. Oktober 2026 im Rahmen des AI+X Summit in Zürich über die Ankündigung von Apertus 2.0 durch die Projektverantwortlichen Imanol Schlag (ETH AI Center) und Martin Jaggi (EPFL).

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Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu ETH Zürich und EPFL kündigen Apertus 2.0 an – grösseres Schweizer Sprachmodell soll 2027 kommen?

Imanol Schlag (ETH AI Center) und Martin Jaggi (EPFL), die Co-Leiter des Apertus-Projekts, haben am 2. Oktober 2026 am AI+X Summit in Zürich erste Details zur nächsten Modellgeneration Apertus 2.0 vorgestellt, die laut Projektplan 2027 erscheinen soll.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Apertus bleibt das einzige vollständig offene, von Schweizer Hochschulen entwickelte grosse Sprachmodell und damit ein zentraler Baustein der Schweizer Digitalstrategie zur Verringerung der Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen KI-Anbietern – ein Thema, das zuletzt auch die BCG-Studie zur Illusion vollständiger KI-Souveränität aufgegriffen hat.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

Blick berichtete am 2. Oktober 2026 im Rahmen des AI+X Summit in Zürich über die Ankündigung von Apertus 2.0 durch die Projektverantwortlichen Imanol Schlag (ETH AI Center) und Martin Jaggi (EPFL).