In Kürze
- ETH Zürich und die EPFL haben das gemeinsame «Center for Research on Learning, Understanding and Education» (CLUE) gegründet, das die Zusammenarbeit zwischen Lernwissenschaften, Schulen und Bildungsbehörden stärken soll.
- Auf ETH-Seite leitet die Neurowissenschaftlerin Emily Cross das Zentrum; sie geht davon aus, dass künstliche Intelligenz grundlegend verändern wird, was und wie an Schulen und Hochschulen künftig gelernt wird, und will dazu gemeinsam mit Lehrpersonen relevante Forschungsfragen identifizieren.
- Als konkrete Massnahme bringt eine Kollegin von Cross die Idee eines Sabbatical-Programms ein, in dessen Rahmen Lehrpersonen bis zu sechs Monate in einer Forschungsgruppe mitarbeiten könnten; ergänzt wird das Zentrum durch das bereits bestehende gemeinsame Doktoratsprogramm der beiden Hochschulen in Lernwissenschaften (JDPLS).
Was ist passiert?
ETH Zürich und die EPFL haben ein gemeinsames Zentrum für Lernwissenschaften gegründet, das «Center for Research on Learning, Understanding and Education» (CLUE). Es soll die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Schulen und Bildungsbehörden stärken und dabei Erkenntnisse aus Psychologie, Bildungswissenschaften, Informatik und Datenwissenschaft zusammenführen. Auf ETH-Seite steht die Neurowissenschaftlerin Emily Cross an der Spitze des Zentrums.
Cross geht davon aus, dass künstliche Intelligenz massgeblich verändern wird, was und wie in Schulen und an Hochschulen künftig gelernt wird. Das Zentrum will deshalb gezielt jene Fragen erforschen, die Lehrpersonen und andere Praktikerinnen und Praktiker im Schulalltag tatsächlich beschäftigen. Eine Kollegin von Cross hat dazu die Idee eines Sabbatical-Programms eingebracht, im Rahmen dessen Lehrpersonen bis zu sechs Monate in einer Forschungsgruppe mitarbeiten, an Projekten mitwirken und ihre Praxiserfahrung einbringen könnten – woraus sich wiederum Forschungsfragen mit direktem Bezug zum Schulalltag ergeben sollen. Ergänzt wird CLUE durch das bereits bestehende gemeinsame Doktoratsprogramm der beiden Hochschulen in Lernwissenschaften (JDPLS), in dem eine neue Generation zweisprachiger Forschender ausgebildet wird.
Warum ist das wichtig?
Während sich die öffentliche Debatte über KI und Bildung oft auf einzelne Werkzeuge oder Verbote an Schulen konzentriert, setzt CLUE einen anderen Akzent: Es geht um die systematische Erforschung, wie Menschen mit und durch KI lernen – und wie sich guter Unterricht unter diesen veränderten Bedingungen gestalten lässt. Damit ergänzt das Zentrum die technische KI-Forschung, für die ETH Zürich und EPFL mit dem offenen Sprachmodell Apertus bereits bekannt sind, um eine pädagogische und lernpsychologische Perspektive.
Für die Praxis an Schweizer Schulen ist relevant, dass das Zentrum Lehrpersonen nicht nur als Anwenderinnen und Anwender neuer Technologien, sondern als Mitgestaltende der Forschungsagenda einbeziehen will. Angesichts der föderalen Struktur des Schweizer Bildungswesens, in dem einzelne Kantone und Gemeinden den Umgang mit KI im Unterricht bislang oft eigenständig regeln, könnte eine gemeinsame wissenschaftliche Grundlage dazu beitragen, dass Entscheidungen zu Plattformen, Weiterbildung und Unterrichtsgestaltung künftig stärker auf gesicherten Erkenntnissen statt auf Einzelerfahrungen beruhen.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.
- Die Schweiz verfügt mit Institutionen wie ETH Zürich und EPFL bereits über anerkannte technische Kompetenz beim Bau eigener KI-Modelle wie Apertus; mit CLUE entsteht nun eine vergleichbare Forschungsanstrengung auf der pädagogischen Seite, die untersucht, wie sich der Einsatz von KI tatsächlich auf das Lernen auswirkt.
- Da das Schweizer Bildungswesen kantonal organisiert ist und einzelne Städte und Kantone – wie jüngst Luzern mit einer eigenen Plattformwahl für Schulen – KI-Fragen derzeit weitgehend unabhängig voneinander angehen, könnte ein gemeinsames Forschungszentrum eine dringend benötigte empirische Grundlage liefern, auf die sich Schulen und Bildungsbehörden über Kantonsgrenzen hinweg stützen können.
- Das geplante Sabbatical-Programm für Lehrpersonen richtet sich direkt an die Praxis in Schweizer Schulzimmern und könnte helfen, den in mehreren kantonalen Erhebungen sichtbaren unterschiedlichen Wissensstand von Lehrpersonen im Umgang mit KI gezielter anzugehen, als dies allein durch die Beschaffung einzelner Software-Plattformen möglich wäre.
Verwendete Quellen
ETH Zürich informierte auf ihrer Newsseite über die Gründung des Zentrums CLUE und die Rolle von Professorin Emily Cross; ergänzende Angaben zum gemeinsamen Doktoratsprogramm der beiden Hochschulen wurden über die Website der EPFL eingeordnet.
Quellenstatus: 1 verlinkte Quelle · 0 von 1 Originaldaten verifiziert. Prüfregeln ansehen
- ETH Zürich ETH and EPFL join forces in learning sciences research Originaldatum nicht erfasst Rolle: Ausgangsquelle · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 17. September 2026
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu ETH Zürich und EPFL gründen gemeinsames Zentrum für Lernwissenschaften?
ETH Zürich und die EPFL haben das gemeinsame «Center for Research on Learning, Understanding and Education» (CLUE) gegründet, das die Zusammenarbeit zwischen Lernwissenschaften, Schulen und Bildungsbehörden stärken soll.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Die Schweiz verfügt mit Institutionen wie ETH Zürich und EPFL bereits über anerkannte technische Kompetenz beim Bau eigener KI-Modelle wie Apertus; mit CLUE entsteht nun eine vergleichbare Forschungsanstrengung auf der pädagogischen Seite, die untersucht, wie sich der Einsatz von KI tatsächlich auf das Lernen auswirkt.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
ETH Zürich informierte auf ihrer Newsseite über die Gründung des Zentrums CLUE und die Rolle von Professorin Emily Cross; ergänzende Angaben zum gemeinsamen Doktoratsprogramm der beiden Hochschulen wurden über die Website der EPFL eingeordnet.