In Kürze

  • Die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich hat am 30. September 2026 ihre Herbstprognose veröffentlicht und die Wachstumserwartung für das Schweizer Bruttoinlandprodukt 2026 ohne internationale Sportgrossanlässe von 0,8 auf 1,9 Prozent angehoben; für 2027 und 2028 erwartet sie je 1,7 Prozent.
  • Auch die Beschäftigungsprognose für 2026 wurde von 0,5 auf 1,5 Prozent angehoben, wobei die KOF für die zweite Jahreshälfte nur noch einen geringen Stellenzuwachs erwartet; die Arbeitslosenquote nach SECO-Definition soll 2026 und 2027 bei je 3,1 Prozent verharren und erst 2028 leicht auf 3,0 Prozent sinken.
  • KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm nennt künstliche Intelligenz als wahrscheinlichen Grund für die anhaltend erhöhte Arbeitslosigkeit: Gut qualifizierte Beschäftigte in Berufen mit hoher KI-Exposition seien überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen – eine Einschätzung, die an frühere KOF/ETH-Forschung zu KI und Schweizer Arbeitsmarkt anknüpft.

Was ist passiert?

Die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich hat am 30. September 2026 ihre Herbstprognose für die Schweizer Wirtschaft veröffentlicht. Darin hebt das Institut seine Wachstumserwartung für das reale Bruttoinlandprodukt 2026 – ohne internationale Sportgrossanlässe – deutlich von zuvor 0,8 auf 1,9 Prozent an. Für die Jahre 2027 und 2028 rechnet die KOF mit je 1,7 Prozent Wachstum. Begründet wird die Anhebung unter anderem mit nach oben revidierten Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung sowie einem stärker als erwarteten ersten Halbjahr 2026; für das dritte Quartal erwartet das Institut allerdings eine vorübergehende Wachstumspause, und die allgemeine Unsicherheit bleibt hoch.

Auch die Beschäftigungsprognose für 2026 wurde von 0,5 auf 1,5 Prozent angehoben, wobei die KOF für die zweite Jahreshälfte nur noch einen geringen Stellenzuwachs erwartet. Die Arbeitslosenquote nach der Definition des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) soll gemäss der Prognose 2026 und 2027 bei je 3,1 Prozent im Jahresdurchschnitt verharren und erst 2028 leicht auf 3,0 Prozent sinken.

Warum ist das wichtig?

Besonders bemerkenswert ist die Einschätzung von KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm zur anhaltend erhöhten Arbeitslosigkeit trotz kräftigem Wirtschaftswachstum: Er nennt künstliche Intelligenz als wahrscheinlichen Grund dafür, dass gut qualifizierte Beschäftigte in Berufen mit hoher KI-Exposition überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Diese Einordnung widerspricht der verbreiteten Annahme, wonach vor allem gering qualifizierte Tätigkeiten durch KI gefährdet seien, und deckt sich stattdessen mit einem Muster, das zuvor bereits in akademischer Forschung zum Schweizer Arbeitsmarkt beobachtet wurde.

Die Aussage stammt nicht aus einer isolierten Momentaufnahme, sondern knüpft an die KOF-Studie Nr. 186 von Jeremias Kläui und Michael Siegenthaler an, die bereits 2025 erste Evidenz zu Auswirkungen von KI auf Arbeitslosigkeit und Stellenausschreibungen in der Schweiz lieferte. Dass die KOF diese Verbindung nun auch in ihrer offiziellen Konjunkturprognose explizit macht, verleiht der These zusätzliches Gewicht in der öffentlichen und politischen Debatte um den Umgang mit KI-bedingtem Strukturwandel.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.

  • Für Schweizer KMU und deren Personalabteilungen liefert die Einschätzung von KOF-Direktor Sturm ein konkretes Signal, dass selbst gut qualifizierte Fachkräfte in KI-exponierten Tätigkeiten – etwa Übersetzung, einfache IT-Unterstützung oder Routineanalysen – ein spürbar erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko tragen, was Investitionen in Weiterbildung und interne Umschulung zusätzlich rechtfertigt.
  • Die Einordnung stützt sich auf eine wachsende, im eigenen Land erarbeitete Forschungsbasis: Bereits die KOF-Studie Nr. 186 von Jeremias Kläui und Michael Siegenthaler hatte Hinweise auf höhere Arbeitslosigkeit und weniger Stellenausschreibungen in KI-exponierten Schweizer Berufsfeldern gefunden – die Herbstprognose 2026 bestätigt und aktualisiert dieses Muster mit neueren Zahlen.
  • Für Stellensuchende in hochqualifizierten, KI-exponierten Berufen ist die Prognose ein konkreter Anlass, eigene Kompetenzen aktiv an veränderte Anforderungen anzupassen; für das SECO und kantonale Arbeitsämter liefert sie zusätzliche Evidenz dafür, gezielte, auf KI-Exposition ausgerichtete Umschulungsprogramme statt allgemeiner Arbeitsmarktmassnahmen zu priorisieren.

Verwendete Quellen

cash.ch berichtete über die am 30. September 2026 veröffentlichte KOF-Herbstprognose; frontaliereticino.ch bestätigte am selben Tag die zentralen Wachstums- und Beschäftigungszahlen, swissinfo.ch ordnete die Aufwärtsrevision der Wachstumsprognose zusätzlich ein.

Quellenstatus: 3 verlinkte Quellen · 0 von 3 Originaldaten verifiziert. Prüfregeln ansehen

Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu KOF-Herbstprognose: Schweizer Wirtschaft wächst stärker als erwartet – KI belastet laut KOF den Arbeitsmarkt?

Die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich hat am 30. September 2026 ihre Herbstprognose veröffentlicht und die Wachstumserwartung für das Schweizer Bruttoinlandprodukt 2026 ohne internationale Sportgrossanlässe von 0,8 auf 1,9 Prozent angehoben; für 2027 und 2028 erwartet sie je 1,7 Prozent.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Für Schweizer KMU und deren Personalabteilungen liefert die Einschätzung von KOF-Direktor Sturm ein konkretes Signal, dass selbst gut qualifizierte Fachkräfte in KI-exponierten Tätigkeiten – etwa Übersetzung, einfache IT-Unterstützung oder Routineanalysen – ein spürbar erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko tragen, was Investitionen in Weiterbildung und interne Umschulung zusätzlich rechtfertigt.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

cash.ch berichtete über die am 30. September 2026 veröffentlichte KOF-Herbstprognose; frontaliereticino.ch bestätigte am selben Tag die zentralen Wachstums- und Beschäftigungszahlen, swissinfo.ch ordnete die Aufwärtsrevision der Wachstumsprognose zusätzlich ein.