In Kürze

  • Microsoft hat am 25. September 2026 die überarbeitete Copilot-App vorgestellt, die um drei Kernfunktionen aufgebaut ist: «Home» als neuer Startpunkt mit integrierten Office-Anwendungen, «Code» zum Erstellen von Anwendungen per natürlicher Sprache und «Autopilot», ein eigenständiger Agent mit eigener Identität im Unternehmensverzeichnis.
  • «Autopilot» ist eine Weiterentwicklung des im Juni 2026 vorgestellten Agenten «Scout» und geht Ende September 2026 in eine private Vorschau; er erhält eine eigene Identität im Firmenverzeichnis sowie von Administratorinnen und Administratoren steuerbare Berechtigungen.
  • Zusätzlich lanciert Microsoft eine öffentliche Vorschau der Hosting-Plattform «Copilot Managed Runtime», eine erweiterte Anbindung an Geschäftsdaten sowie ein überarbeitetes Preismodell mit neuen FinOps-Kontrollen zur Kostensteuerung.

Was ist passiert?

Microsoft hat am 25. September 2026 seine überarbeitete Copilot-App vorgestellt, die um drei Kernfunktionen aufgebaut ist. «Home» wird zum neuen Startpunkt, an dem Chat und das Team-Werkzeug «Cowork» zusammengeführt werden; Nutzerinnen und Nutzer sehen dort aktuelle Aktivitäten und Vorschläge und können direkt an liegen gebliebenen Aufgaben weiterarbeiten. Die Office-Anwendungen Word, Excel und PowerPoint werden dabei direkt in Copilot eingebettet, sodass sich Dokumente ohne Wechsel in eine separate Anwendung gemeinsam bearbeiten lassen.

Mit «Code» können Nutzerinnen und Nutzer Anwendungen, Dashboards und weitere Software per natürlicher Sprache erstellen; das auf derselben Technologie wie GitHub Copilot basierende Werkzeug soll Ende September 2026 für Early-Access-Kundschaft starten. «Autopilot», eine Weiterentwicklung des im Juni 2026 vorgestellten Agenten «Scout», geht zum gleichen Zeitpunkt in eine private Vorschau: Der als «digitale Mitarbeiterin» positionierte Agent erhält eine eigene Identität im Unternehmensverzeichnis sowie spezifische, von Administratorinnen und Administratoren steuerbare Berechtigungen.

Warum ist das wichtig?

Mit der Bündelung von Chat, Office-Anwendungen, Code-Erstellung und einem identitätstragenden Agenten in einer einzigen App reagiert Microsoft auf einen branchenweiten Trend: Grosse KI-Anbieter wollen zur bevorzugten Alltagsanwendung («Front Door») ihrer Nutzerinnen und Nutzer werden, statt einzelne Werkzeuge nebeneinander anzubieten. Zusätzlich zur neuen App lanciert Microsoft eine öffentliche Vorschau der Hosting-Plattform «Copilot Managed Runtime», eine erweiterte Anbindung an Geschäftsdaten sowie ein überarbeitetes Preismodell mit neuen FinOps-Kontrollen zur granularen Kostensteuerung.

Die eigene Verzeichnis-Identität von «Autopilot» markiert einen qualitativen Schritt: Statt als blosses Werkzeug innerhalb einer Anwendung zu laufen, tritt der Agent im Unternehmen künftig als eigenständige, adressierbare Einheit mit eigenen Berechtigungen auf – vergleichbar mit einem menschlichen Mitarbeitenden-Konto. Das erleichtert zwar die Steuerung und Protokollierung seiner Aktivitäten, wirft aber auch neue Fragen zu Verantwortlichkeit und Haftung auf, sobald ein solcher Agent eigenständig Aktionen in Geschäftssystemen ausführt.

Was bedeutet das für Schweizer KMU?

Da ein grosser Teil der Schweizer Unternehmen Microsoft-365-Lizenzen nutzt, betrifft die neue Copilot-Architektur praktisch die gesamte hiesige Bürosoftware-Landschaft. IT-Verantwortliche in Schweizer KMU müssen Schulung, Rechteverwaltung und Richtlinien für drei neue Funktionsbereiche gleichzeitig aufsetzen – «Home» mit eingebetteten Office-Anwendungen, den Code-Baukasten und den identitätstragenden Agenten «Autopilot» –, ohne dass sich die Umstellung zeitlich entkoppeln lässt.

Besonders die neuen FinOps-Kostenkontrollen dürften für Schweizer KMU mit begrenzten IT-Budgets praktisch relevant werden, da bislang kaum granulare Werkzeuge zur Verfügung standen, um den Token- und Rechenverbrauch einzelner Copilot-Agenten zu überwachen und zu begrenzen. Gleichzeitig verschärft die eigene Verzeichnis-Identität von «Autopilot» die Governance-Frage: Schweizer Unternehmen müssen klären, wer die Verantwortung trägt, wenn ein Agent mit eigenen Berechtigungen im Namen der Firma auf Geschäftsdaten zugreift oder gegenüber Kundinnen und Kunden auftritt – eine Frage, die sich mit der Sorgfaltspflicht im Obligationenrecht und den Transparenzpflichten des Datenschutzgesetzes überschneidet.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.

  • Da ein grosser Teil Schweizer Unternehmen über Microsoft-365-Lizenzen verfügt, betrifft die Umstellung auf die neue Copilot-Architektur praktisch die gesamte Schweizer Bürosoftware-Landschaft; IT-Abteilungen müssen Schulung und Rechteverwaltung für «Home», «Code» und «Autopilot» gleichzeitig neu aufsetzen.
  • Die eigene Verzeichnis-Identität von «Autopilot» wirft für Schweizer Firmen konkrete Governance-Fragen auf: Wer haftet, wenn ein Agent mit eigenen Berechtigungen im Namen eines Unternehmens Aktionen in Geschäftsdaten oder gegenüber Kundinnen und Kunden ausführt – eine Frage, die sich mit dem Schweizer Datenschutzgesetz und der Sorgfaltspflicht im Obligationenrecht überschneidet.
  • Die neuen FinOps-Kostenkontrollen dürften insbesondere für Schweizer KMU mit begrenzten IT-Budgets relevant werden, da diese bislang kaum Werkzeuge hatten, um den Token- und Rechenverbrauch von Copilot-Agenten granular zu überwachen und zu begrenzen.

Verwendete Quellen

TechRepublic berichtete am 25. September 2026 über die neue Copilot-App; The Tribune und IT-Connect lieferten zusätzliche Angaben zu Autopilot, Managed Runtime und den FinOps-Kontrollen.

Quellenstatus: 3 verlinkte Quellen · 0 von 3 Originaldaten verifiziert. Prüfregeln ansehen

Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu Microsoft lanciert neuen Copilot mit eigenständigem Agenten «Autopilot» und Code-Baukasten?

Microsoft hat am 25. September 2026 die überarbeitete Copilot-App vorgestellt, die um drei Kernfunktionen aufgebaut ist: «Home» als neuer Startpunkt mit integrierten Office-Anwendungen, «Code» zum Erstellen von Anwendungen per natürlicher Sprache und «Autopilot», ein eigenständiger Agent mit eigener Identität im Unternehmensverzeichnis.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Da ein grosser Teil Schweizer Unternehmen über Microsoft-365-Lizenzen verfügt, betrifft die Umstellung auf die neue Copilot-Architektur praktisch die gesamte Schweizer Bürosoftware-Landschaft; IT-Abteilungen müssen Schulung und Rechteverwaltung für «Home», «Code» und «Autopilot» gleichzeitig neu aufsetzen.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

TechRepublic berichtete am 25. September 2026 über die neue Copilot-App; The Tribune und IT-Connect lieferten zusätzliche Angaben zu Autopilot, Managed Runtime und den FinOps-Kontrollen.