In Kürze

  • Die Schweizer Ergebnisse der «Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026» von PwC zeigen: 28 Prozent der Schweizer Arbeitnehmenden nutzen generative KI täglich, mehr als der globale Durchschnitt von 22 Prozent – doch nur 14 Prozent fühlen sich dadurch energiegeladener oder gestärkt, gegenüber 19 Prozent weltweit.
  • Fast sieben von zehn Schweizer Arbeitnehmenden (69 Prozent) fallen in die von PwC definierte Kategorie «Core Workforce» mit geringem KI-Vorteil und geringem Vorteil auf dem Talentmarkt, deutlich mehr als die 56 Prozent im globalen Durchschnitt; nur 8 Prozent gelten als «Frontrunner» mit starken KI-Fähigkeiten und starker Marktposition, gegenüber 14 Prozent weltweit.
  • Schweizer Arbeitnehmende fühlen sich in ihrer Position zwar vergleichsweise sicher und weniger von globalen Umbrüchen betroffen, zeigen jedoch schwächeres Engagement und geringeres Vertrauen in die Führung; PwC empfiehlt Arbeitgebern, Arbeit neu zu gestalten sowie gezielt in Fähigkeiten, Vertrauen und Flexibilität zu investieren.

Was ist passiert?

Am 2. Oktober 2026 berichtete Netzwoche über die Schweizer Ergebnisse der «Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026» von PwC, einer international angelegten Befragung von Arbeitnehmenden zur Nutzung und Wahrnehmung künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz. Die Zahlen zeigen ein auffälliges Muster: In der Schweiz setzen 28 Prozent der Arbeitnehmenden generative KI täglich ein – mehr als der globale Durchschnitt von 22 Prozent. Gleichzeitig geben nur 14 Prozent an, sich durch den Einsatz von KI energiegeladener oder gestärkt zu fühlen, gegenüber 19 Prozent im weltweiten Vergleich; auch bei wahrgenommenen Verbesserungen der Arbeitsqualität, der eigenen Fähigkeiten oder des Mehrwerts für den Arbeitgeber schneidet die Schweiz schwächer ab.

PwC teilt die Befragten dazu in vier Gruppen ein, basierend auf ihrem «KI-Vorteil» und ihrem Vorteil auf dem Talentmarkt. In der Schweiz fallen 69 Prozent der Arbeitnehmenden in die Gruppe «Core Workforce» mit geringem Vorteil in beiden Dimensionen – deutlich mehr als die 56 Prozent im globalen Durchschnitt. Nur 8 Prozent gelten als «Frontrunner», die starke KI-Fähigkeiten mit einer starken Position auf dem Arbeitsmarkt verbinden, gegenüber 14 Prozent weltweit.

Warum ist das wichtig?

Die Studie macht ein Paradox sichtbar, das sich von der reinen Technologieverfügbarkeit löst: Hohe Nutzungsraten allein übersetzen sich nicht automatisch in wahrgenommenen Nutzen oder beruflichen Vorteil. Schweizer Arbeitnehmende fühlen sich zwar in ihrer aktuellen Position vergleichsweise sicher und weniger exponiert gegenüber globalen Umbrüchen des Arbeitsmarkts, zeigen aber gleichzeitig ein schwächeres Engagement und ein geringeres Vertrauen in die Unternehmensführung – während finanzielle Belastungen für viele weiterhin spürbar bleiben.

PwC folgert daraus, dass Unternehmen den entscheidenden Hebel nicht in der Verbreitung von KI-Werkzeugen allein sehen sollten, sondern in deren gezielter Einbettung: Arbeit müsse neu gestaltet, Fähigkeiten gezielt aufgebaut und Vertrauen sowie Flexibilität aktiv gefördert werden, damit aus hoher Nutzung tatsächlich ein wirtschaftlicher und individueller Vorteil entsteht. Andernfalls drohen Unternehmen, die Chancen der Technologie ungenutzt zu lassen, während die Erwartungen an produktivere Arbeit bereits gestiegen sind.

Was bedeutet das für Schweizer KMU?

Für Schweizer KMU, die oft mit begrenzten Ressourcen in KI-Werkzeuge investieren, ist der Befund ein wichtiges Warnsignal: Die Anschaffung von Lizenzen für Chatbots oder Schreibassistenten reicht allein nicht aus, um Produktivität oder Motivation der Belegschaft spürbar zu steigern. Ohne begleitende Massnahmen – etwa die Anpassung von Arbeitsprozessen, gezielte Schulungen und eine klare Kommunikation darüber, wofür KI eingesetzt werden soll und wofür nicht – bleibt der Nutzen hinter den Erwartungen zurück.

Der vergleichsweise tiefe Anteil an Schweizer «Frontrunnern» ist zudem ein Hinweis auf ein mögliches Wettbewerbsrisiko für den Werkplatz Schweiz: Wenn Unternehmen und Arbeitskräfte in anderen Ländern schneller lernen, KI-Nutzung in echte Fähigkeiten und Marktvorteile umzuwandeln, könnte sich die Lücke zu international tätigen Konkurrenten vergrössern. Für Schweizer Arbeitgeber liegt darin ein Anreiz, Weiterbildung und Vertrauensaufbau rund um KI-Einsatz nicht als Nebensache, sondern als strategische Priorität zu behandeln.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.

  • Für Schweizer KMU und grössere Arbeitgeber zeigt die Studie, dass die blosse Bereitstellung von KI-Werkzeugen nicht ausreicht: Ohne eine aktive Neugestaltung von Arbeitsabläufen und gezielte Weiterbildung führt eine hohe Nutzung nicht automatisch zu mehr Motivation oder spürbaren Produktivitätsgewinnen.
  • Der im Vergleich zum globalen Durchschnitt tiefe Anteil Schweizer «Frontrunner» (8 statt 14 Prozent) deutet auf ein mögliches Wettbewerbsrisiko hin, falls Talente und Unternehmen in anderen Märkten KI-Nutzung schneller in Fähigkeiten und Marktvorteile ummünzen als hierzulande.
  • Die Kombination aus hoher KI-Nutzung und geringem Vertrauen in die Führung weist auf eine mögliche Governance-Lücke in Schweizer Betrieben hin – relevant für Unternehmen, die interne Richtlinien zum KI-Einsatz im Rahmen des revidierten Datenschutzgesetzes erarbeiten, wo transparente Kommunikation über die Rolle von KI ebenso wichtig ist wie die Technologie selbst.

Verwendete Quellen

Netzwoche berichtete am 2. Oktober 2026 über die Schweizer Ergebnisse; die vollständige Studie ist auf der offiziellen PwC-Schweiz-Website publiziert.

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Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu PwC-Studie: Schweizer Arbeitnehmende nutzen KI häufig, profitieren aber kaum davon?

Die Schweizer Ergebnisse der «Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026» von PwC zeigen: 28 Prozent der Schweizer Arbeitnehmenden nutzen generative KI täglich, mehr als der globale Durchschnitt von 22 Prozent – doch nur 14 Prozent fühlen sich dadurch energiegeladener oder gestärkt, gegenüber 19 Prozent weltweit.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Für Schweizer KMU und grössere Arbeitgeber zeigt die Studie, dass die blosse Bereitstellung von KI-Werkzeugen nicht ausreicht: Ohne eine aktive Neugestaltung von Arbeitsabläufen und gezielte Weiterbildung führt eine hohe Nutzung nicht automatisch zu mehr Motivation oder spürbaren Produktivitätsgewinnen.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

Netzwoche berichtete am 2. Oktober 2026 über die Schweizer Ergebnisse; die vollständige Studie ist auf der offiziellen PwC-Schweiz-Website publiziert.