In Kürze
- Anthropic hat am 28. Oktober 2026 die Erweiterung seines «AI for Science»-Programms auf 20 Forschungspartner bekanntgegeben; das Programm vergibt kostenlose Claude-Nutzungsguthaben an Forschende mit hoher wissenschaftlicher Wirkung und war bei seinem Start im Mai 2025 noch auf Biologie und Lebenswissenschaften beschränkt.
- Neu beteiligte Geldgeber sind unter anderem die Alfred P. Sloan Foundation, die Simons Foundation, Schmidt Sciences und die US-amerikanische National Science Foundation; sie verteilen Guthaben an von ihnen unterstützte Forschungsprojekte in Astronomie, Genomik, Krebsforschung, Klimawissenschaft und Mathematik.
- Direkt unterstützte Institutionen sind etwa das Space Telescope Science Institute, das Wellcome Sanger Institute, das Francis Crick Institute, die Lebenswissenschaften des Imperial College London, das EMBL und die Gladstone Institutes; weitere sechs Institutionen nutzen die Guthaben für eigene interne Forschung.
Was ist passiert?
Anthropic hat am 28. Oktober 2026 angekündigt, sein im Mai 2025 gestartetes Förderprogramm «AI for Science» deutlich auszuweiten. Ursprünglich vergab das Unternehmen kostenlose Nutzungsguthaben für sein Sprachmodell Claude vor allem an Forschende aus Biologie und Lebenswissenschaften; neu kommen 20 Forschungspartner aus Astronomie, Genomik, Krebsforschung, Klimawissenschaft und Mathematik hinzu.
Zu den neuen Geldgebern zählen die Alfred P. Sloan Foundation, die Simons Foundation, Schmidt Sciences und die US-amerikanische National Science Foundation; sie verteilen die Claude-Guthaben an Forschungsprojekte, die sie selbst finanzieren. Zusätzlich sind der Open Source for Science Fund von Renaissance Philanthropy sowie die gemeinnützige Organisation CAS als Verteiler von Guthaben beteiligt. Direkt profitieren unter anderem das Space Telescope Science Institute, das Wellcome Sanger Institute, das Francis Crick Institute, die Lebenswissenschaften des Imperial College London, das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) und die Gladstone Institutes; sechs weitere Institutionen setzen die Guthaben für eigene interne Forschung ein.
Warum ist das wichtig?
Die Erweiterung zeigt, wie stark grosse KI-Anbieter mittlerweile gezielt in die akademische Forschungsförderung investieren – nicht nur über einzelne Kooperationen, sondern über ein mehrstufiges System aus Stiftungen, die als Verteiler fungieren und so viele kleinere Forschungsgruppen erreichen, die einzeln nie direkt mit Anthropic verhandeln könnten. Das erklärt auch den Sprung von einer reinen Biologie-Förderung zu einem breiten, fächerübergreifenden Programm.
Gleichzeitig verdeutlicht die Massnahme ein strukturelles Spannungsfeld der heutigen KI-gestützten Forschung: Immer mehr wissenschaftliche Spitzeninstitutionen werden für rechenintensive Analysen von kostenlosen oder vergünstigten Kontingenten einzelner, meist US-amerikanischer KI-Anbieter abhängig. Kritiker warnen, dass solche Förderprogramme zwar kurzfristig Forschung beschleunigen, langfristig aber auch die Verhandlungsmacht und Datenhoheit der beteiligten Institutionen gegenüber den Anbietern schwächen können.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.
- Das europäische Forschungsinstitut EMBL, das eng mit Schweizer Forschungseinrichtungen wie dem SIB Swiss Institute of Bioinformatics zusammenarbeitet, gehört zu den direkt unterstützten Institutionen – damit profitieren indirekt auch Kooperationsprojekte mit Schweizer Beteiligung von den kostenlosen Claude-Guthaben.
- Für den Schweizer Forschungsplatz zeigt die Ausweitung, wie stark die Förderlandschaft in Lebenswissenschaften, Klimaforschung und Mathematik zunehmend von kostenlosen Kontingenten einzelner US-KI-Anbieter mitgeprägt wird – ein Kontrast zur Schweizer Strategie, mit dem öffentlich finanzierten Sprachmodell Apertus von ETH Zürich und EPFL eine unabhängige, souveräne Alternative aufzubauen.
- Schweizer Hochschulen und Forschungsförderer wie der Schweizerische Nationalfonds oder Innosuisse könnten das Beispiel als Massstab für eigene Förderprogramme nehmen: Während Anthropic gezielt Stiftungen als Verteiler einsetzt, um viele kleinere Forschungsprojekte zu erreichen, fehlt in der Schweiz bislang ein vergleichbares, koordiniertes Programm für vergünstigten KI-Zugang in der Forschung.
Verwendete Quellen
Anthropic kündigte die Erweiterung am 28. Oktober 2026 auf der eigenen Newsroom-Seite an; Einzelheiten zu Partnern und Institutionen wurden mit Berichten von TokenPost, AIWeekly und weiteren Fachmedien abgeglichen.
Quellenstatus: 1 verlinkte Quelle · 0 von 1 Originaldaten verifiziert. Prüfregeln ansehen
- Anthropic Anthropic Originaldatum nicht erfasst Rolle: Ausgangsquelle · Zugriff: noch nicht protokolliert
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu Anthropic öffnet «AI for Science»-Programm für 20 Forschungspartner – von Astronomie bis Krebsforschung?
Anthropic hat am 28. Oktober 2026 die Erweiterung seines «AI for Science»-Programms auf 20 Forschungspartner bekanntgegeben; das Programm vergibt kostenlose Claude-Nutzungsguthaben an Forschende mit hoher wissenschaftlicher Wirkung und war bei seinem Start im Mai 2025 noch auf Biologie und Lebenswissenschaften beschränkt.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Das europäische Forschungsinstitut EMBL, das eng mit Schweizer Forschungseinrichtungen wie dem SIB Swiss Institute of Bioinformatics zusammenarbeitet, gehört zu den direkt unterstützten Institutionen – damit profitieren indirekt auch Kooperationsprojekte mit Schweizer Beteiligung von den kostenlosen Claude-Guthaben.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
Anthropic kündigte die Erweiterung am 28. Oktober 2026 auf der eigenen Newsroom-Seite an; Einzelheiten zu Partnern und Institutionen wurden mit Berichten von TokenPost, AIWeekly und weiteren Fachmedien abgeglichen.