In Kürze
- Anthropic hat am 18. September 2026 mitgeteilt, dass Claude bereits 26 Prozent der eigenen Modellforschung und -entwicklung «leitet» – das Modell kann damit den grössten Teil einer gegebenen Aufgabe eigenständig von einer übergeordneten Anweisung bis zum Ergebnis ausführen, allerdings weiterhin unter menschlicher Aufsicht.
- Rund 90 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei Anthropic entstehen laut Unternehmensangaben inzwischen in «Zusammenarbeit» mit Claude, das dabei grosse Arbeitsanteile unter enger menschlicher Anleitung übernimmt; vollständig autonom arbeitet das Modell nach Angaben des Unternehmens noch nicht.
- Anthropic stützt die Angaben auf einen mit dem Forschungsinstitut Epoch AI entwickelten Automatisierungs-Index, der den «Automatisierungsgrad» von Claude seit August 2025 misst, und ruft andere KI-Anbieter dazu auf, vergleichbare Kennzahlen nach einer öffentlichen, überprüfbaren Methodik regelmässig offenzulegen.
Was ist passiert?
Anthropic hat am 18. September 2026 bekanntgegeben, dass sein Modell Claude inzwischen an der Entwicklung seiner eigenen Nachfolgeversion mitarbeitet. Konkret führe Claude bereits 26 Prozent der unternehmenseigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit selbstständig aus – das Modell könne den grössten Teil einer gestellten Aufgabe eigenständig «end-to-end» von einer übergeordneten Anweisung bis zum Ergebnis bearbeiten, bleibe dabei aber unter menschlicher Aufsicht. Rund 90 Prozent der gesamten Forschungs- und Entwicklungsarbeit entstünden inzwischen in Zusammenarbeit mit Claude, wobei das Modell grosse Arbeitsanteile unter enger menschlicher Anleitung übernehme. Vollständig autonom arbeite Claude nach Angaben des Unternehmens jedoch noch nicht.
Anthropic stützt die Angaben auf einen zusammen mit dem Forschungsinstitut Epoch AI entwickelten Index, der den «Automatisierungsgrad» von Claude bei der eigenen Modellentwicklung seit August 2025 misst und in einer Grafik darstellt. Das Unternehmen erklärte, jeder andere Anbieter von Spitzenmodellen könne eine solche Auswertung mit eigenen Daten und der Validierung durch Dritte reproduzieren, und rief die Branche dazu auf, vergleichbare Kennzahlen künftig regelmässig und nach einer öffentlichen Methodik offenzulegen, damit sich die Werte über die Zeit und zwischen verschiedenen Anbietern vergleichen liessen.
Warum ist das wichtig?
Die Offenlegung markiert einen weiteren Schritt in einer Entwicklung, die Fachleute seit Längerem diskutieren: KI-Systeme, die zunehmend zur Beschleunigung ihrer eigenen Weiterentwicklung beitragen. Bereits im Sommer 2026 hatte Anthropic-Chef Dario Amodei öffentlich zu einer Drosselung des Entwicklungstempos bei KI-Modellen aufgerufen – eine Position, der sich in der Folge auch andere Branchengrössen anschlossen. Die nun veröffentlichten Zahlen liefern erstmals eine konkrete, unternehmensseitig gemessene Grössenordnung dafür, wie weit diese Selbstbeschleunigung bei einem führenden Anbieter bereits fortgeschritten ist.
Zugleich positioniert sich Anthropic mit dem Vorschlag einer öffentlichen, überprüfbaren Methodik als Vorreiter für mehr Transparenz in einer Debatte, die bislang oft auf Spekulationen statt auf belastbaren Zahlen beruhte. Ob andere grosse Anbieter wie OpenAI oder Google DeepMind vergleichbare Kennzahlen offenlegen werden, ist offen – für Aufsichtsbehörden und die Forschung zu KI-Sicherheit wäre ein branchenweiter Vergleichsmassstab jedoch ein bedeutender Schritt, um die tatsächliche Geschwindigkeit der KI-Entwicklung objektiver einschätzen zu können.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.
- Für die Schweizer Forschungslandschaft rund um das Swiss National AI Institute (SNAI) von ETH Zürich und EPFL wirft die Meldung die Frage auf, wie stark sich KI-gestützte Forschungsbeschleunigung künftig auch auf öffentlich finanzierte Projekte wie das offene Sprachmodell Apertus übertragen lässt – und welche Kontrollmechanismen dafür nötig sind.
- Schweizer Banken, Versicherungen und Behörden, die Claude über Cloud-Anbieter mit Datenverarbeitung in der Schweiz einsetzen, dürften die Entwicklung aufmerksam verfolgen: Ein Modell, das zunehmend an der eigenen Weiterentwicklung mitwirkt, verändert auch die Fragen, die interne Risikoprüfungen und Lieferantenbewertungen an den Hersteller stellen müssen.
- Die von Anthropic vorgeschlagene, öffentlich nachvollziehbare Methodik zur Messung von Automatisierungsgraden könnte auch für die Vorbereitung des Geneva AI Summit 2027 relevant werden, dessen Programm unter dem Titel «Bridging Innovation and Trust» auf Fragen der Vertrauenswürdigkeit und Überprüfbarkeit von KI-Entwicklung abzielt.
Verwendete Quellen
Engadget berichtete über Anthropics Offenlegung zum Automatisierungsgrad von Claude bei der eigenen Modellentwicklung; ergänzende Angaben wurden über weitere Agenturberichte, unter anderem von Bloomberg, eingeordnet.
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- Engadget Anthropic says Claude 'leads' 26 percent of its AI R&D work Originaldatum nicht erfasst Rolle: Ausgangsquelle · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 18. September 2026
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu Anthropic: Claude leitet mittlerweile 26 Prozent der eigenen KI-Forschung und -Entwicklung?
Anthropic hat am 18. September 2026 mitgeteilt, dass Claude bereits 26 Prozent der eigenen Modellforschung und -entwicklung «leitet» – das Modell kann damit den grössten Teil einer gegebenen Aufgabe eigenständig von einer übergeordneten Anweisung bis zum Ergebnis ausführen, allerdings weiterhin unter menschlicher Aufsicht.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Für die Schweizer Forschungslandschaft rund um das Swiss National AI Institute (SNAI) von ETH Zürich und EPFL wirft die Meldung die Frage auf, wie stark sich KI-gestützte Forschungsbeschleunigung künftig auch auf öffentlich finanzierte Projekte wie das offene Sprachmodell Apertus übertragen lässt – und welche Kontrollmechanismen dafür nötig sind.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
Engadget berichtete über Anthropics Offenlegung zum Automatisierungsgrad von Claude bei der eigenen Modellentwicklung; ergänzende Angaben wurden über weitere Agenturberichte, unter anderem von Bloomberg, eingeordnet.