Kurzfassung
Anthropic gab im zweiten Quartal 2026 rund 1,97 Millionen Dollar für Lobbying aus (+26% gegenüber dem ersten Quartal) und übertraf damit erstmals Nvidia; OpenAI folgte mit 1,2 Millionen Dollar (+18%) – zusammen ein Rekord von 3,17 Millionen Dollar.
- Anthropic gab im zweiten Quartal 2026 rund 1,97 Millionen Dollar für Lobbying aus (+26% gegenüber dem ersten Quartal) und übertraf damit erstmals Nvidia; OpenAI folgte mit 1,2 Millionen Dollar (+18%) – zusammen ein Rekord von 3,17 Millionen Dollar.
- Auslöser für den Anstieg bei Anthropic war unter anderem eine rund zweiwöchige Abschaltung der eigenen Modelle durch das US-Handelsministerium im Juni 2026; ein Grossteil der Lobbyarbeit des Quartals floss in den – letztlich erfolgreichen – Versuch, diese Anordnung rückgängig zu machen.
- Im Fokus standen Exportkontrollen, Cybersicherheits- und KI-Sicherheitsstandards; beide Unternehmen haben im ersten Halbjahr 2026 bereits mehr für Lobbying ausgegeben als im gesamten Jahr 2025.
Was ist passiert?
Aus den am 21. Juli 2026 veröffentlichten föderalen Offenlegungen für das zweite Quartal 2026 geht hervor, dass Anthropic mit rund 1,97 Millionen Dollar erstmals mehr für Lobbying in Washington ausgegeben hat als Nvidia – ein Anstieg von 26% gegenüber dem ersten Quartal. OpenAI folgte mit 1,2 Millionen Dollar, einem Plus von 18%. Zusammen kommen die beiden KI-Labore auf 3,17 Millionen Dollar, einen neuen Rekord für die Branche.
Der starke Anstieg bei Anthropic lässt sich direkt auf zwei Wochen im Juni 2026 zurückführen, in denen das US-Handelsministerium die neuesten Modelle des Unternehmens aus Exportkontrollgründen vorübergehend vom Markt nahm. Anthropic investierte einen Grossteil seiner Lobbyarbeit im Quartal darin, diese Anordnung rückgängig zu machen – mit Erfolg. Im Fokus der Gespräche mit beiden Kammern des Kongresses sowie mit dem Weissen Haus, dem Handels- und dem Finanzministerium standen Exportkontrollen, Cybersicherheit und KI-Sicherheitsstandards.
Warum ist das wichtig?
Die Zahlen zeigen, dass KI-Labore inzwischen politisch in derselben Liga spielen wie etablierte Grosskonzerne und Rüstungsunternehmen. Anthropic hat im ersten Halbjahr 2026 mit über 3,5 Millionen Dollar bereits mehr für Lobbying ausgegeben als im gesamten Jahr 2025 – ein Tempo, das die wachsende wirtschaftliche und sicherheitspolitische Bedeutung von KI-Regulierung unterstreicht, insbesondere vor den anstehenden Zwischenwahlen und den von beiden Unternehmen angestrebten Börsengängen.
Der Fall verdeutlicht zudem, wie stark regulatorische Entscheide inzwischen von finanzkräftigen privaten Laboren mitgeprägt werden, statt allein aus einem unabhängigen politischen Prozess hervorzugehen. Für Regulierungsbehörden ausserhalb der USA – auch in der Schweiz – bedeutet das, dass zentrale Weichenstellungen etwa bei Exportkontrollen für KI-Chips oder -Modelle stark von der Lobbyarbeit einiger weniger US-Unternehmen beeinflusst werden, ohne dass andere Länder direkten Einfluss darauf haben.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Die Schweiz verfügt über keine vergleichbare Lobbying-Kultur der KI-Branche und verfolgt stattdessen einen vorsichtigen, sektoriellen Regulierungsansatz: Der Bundesrat hat auf ein eigenes horizontales KI-Gesetz verzichtet und stattdessen die KI-Konvention des Europarats ratifiziert; die Vernehmlassungsvorlage zur konkreten Umsetzung wird erst auf Ende 2026 erwartet. Schweizer Behörden und Unternehmen haben damit kaum direkten Einfluss auf regulatorische Entscheide in den USA, obwohl diese über Modellverfügbarkeit und Exportkontrollen unmittelbar auf sie zurückwirken können.
Genau das zeigt der Fall der Anthropic-Abschaltung im Juni 2026: Eine kurzfristige Anordnung des US-Handelsministeriums hätte auch Schweizer Kundinnen und Kunden treffen können, ohne dass diese davon vorab wussten oder etwas dagegen unternehmen konnten. Für die Schweizer Debatte um digitale Souveränität – etwa rund um das offene, in der Schweiz entwickelte Sprachmodell Apertus – liefert der Vorfall ein weiteres konkretes Argument: Wer bei zentraler KI-Infrastruktur einseitig von US-Anbietern abhängt, bleibt auch politischen Entscheiden ausgesetzt, die vollständig ausserhalb der eigenen Kontrolle liegen.
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu Anthropic und OpenAI geben in Washington so viel für Lobbying aus wie nie zuvor?
Anthropic gab im zweiten Quartal 2026 rund 1,97 Millionen Dollar für Lobbying aus (+26% gegenüber dem ersten Quartal) und übertraf damit erstmals Nvidia; OpenAI folgte mit 1,2 Millionen Dollar (+18%) – zusammen ein Rekord von 3,17 Millionen Dollar.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Die Schweiz kennt keine vergleichbare Lobbying-Kultur der KI-Branche: Der Bundesrat verfolgt einen vorsichtigen, sektoriellen Regulierungsansatz ohne eigenes horizontales KI-Gesetz, die Vernehmlassungsvorlage zur Umsetzung der Europarats-KI-Konvention wird erst auf Ende 2026 erwartet.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
Axios berichtet am 21. Juli 2026 über die Lobbying-Ausgaben von Anthropic und OpenAI im zweiten Quartal 2026; CNBC und Bloomberg Government bestätigen die Zahlen anhand der offiziellen US-Offenlegungen.