In Kürze
- Die EuroHPC Joint Undertaking hat am 30. Juli 2026 eine Ausschreibung lanciert, mit der Konsortien für den Bau und Betrieb von bis zu sieben «KI-Gigafabriken» (AI Gigafactories) in mindestens sieben EU-Mitgliedstaaten gesucht werden; Angebote können bis zum 12. November 2026 eingereicht werden, die Auswahl der Projekte ist für Anfang 2027 vorgesehen.
- Öffentliche Mittel von EU und Mitgliedstaaten sollen als «Ankerkunde» dienen und private Investitionen von über 20 Milliarden Euro auslösen; jede Gigafabrik soll eine vollständige KI-Recheninfrastruktur aus spezialisierten Supercomputern, Rechenzentren, Hochleistungsspeicher, schnellen Netzwerken und sicherem Cloud-Zugang umfassen.
- Die physische Infrastruktur muss laut Ausschreibung in einem EU-Mitgliedstaat stehen; die Schweiz ist seit dem 11. November 2025 als 38. Teilnehmerstaat wieder vollständig in die EuroHPC Joint Undertaking integriert und kann sich damit an EuroHPC-Ausschreibungen für Forschung und Innovation beteiligen, ohne selbst Standort einer Gigafabrik zu werden.
Was ist passiert?
Die EuroHPC Joint Undertaking, das gemeinsame Hochleistungsrechenzentrum-Programm der EU und ihrer Mitgliedstaaten, hat am 30. Juli 2026 eine Ausschreibung für den Bau und Betrieb von bis zu sieben europäischen «KI-Gigafabriken» veröffentlicht. Interessierte Konsortien können ihre Angebote bis zum 12. November 2026 einreichen; die Auswahl der Projekte ist für Anfang 2027 vorgesehen, der Betriebsstart der ausgewählten Anlagen soll innerhalb von 18 Monaten nach der Zuschlagserteilung erfolgen. Jede Gigafabrik soll eine vollständige KI-Recheninfrastruktur bieten: hochspezialisierte KI-Supercomputer, moderne Rechenzentren, leistungsfähige Speicherlösungen, ultraschnelle Netzwerke, sicheren Cloud-Zugang sowie begleitende KI-Fachdienstleistungen. Die öffentliche Finanzierung durch EU und Mitgliedstaaten soll dabei als «Ankerkunde» wirken und private Investitionen von insgesamt über 20 Milliarden Euro mobilisieren; die Anlagen sollen in mindestens sieben verschiedenen EU-Mitgliedstaaten entstehen.
Die Schweiz kann als Nicht-EU-Staat keine der Gigafabriken selbst beherbergen, da die physische Infrastruktur laut Ausschreibungsbedingungen in einem EU-Mitgliedstaat stehen muss. Seit dem 11. November 2025 ist die Schweiz jedoch als 38. Teilnehmerstaat wieder vollständig in die EuroHPC Joint Undertaking integriert, nachdem die Assoziierung an die Programme Horizon Europe und Digital Europe abgeschlossen wurde. Damit können Schweizer Forschende und Unternehmen an regulären EuroHPC-Ausschreibungen für Forschung und Innovation teilnehmen. Bereits seit Oktober 2025 betreibt die Schweiz zudem am Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) in Lugano, gestützt auf den dortigen Supercomputer «Alps», die Antenne «HEARTS» – eine von insgesamt 13 neu geschaffenen «AI Factory Antennas», die den Zugang zu europäischer KI-Recheninfrastruktur für Hochschulen, Startups, KMU und Behörden erleichtern sollen.
Warum ist das wichtig?
Die Ausschreibung markiert einen weiteren Schritt in der europäischen Strategie, mit öffentlichen Mitteln private Grossinvestitionen in KI-Recheninfrastruktur zu hebeln und so den Rückstand gegenüber den USA und China bei Rechenkapazität für das Training und den Betrieb grosser KI-Modelle zu verringern. Dass die geplanten Investitionen von über 20 Milliarden Euro fast ausschliesslich privat finanziert werden sollen, unterstreicht zugleich, wie stark europäische Regierungen mittlerweile auf die Anreizwirkung öffentlicher Anschubfinanzierung statt auf direkte Staatsinvestitionen setzen.
Für Länder ausserhalb der EU wie die Schweiz zeigt der Fall exemplarisch das Spannungsfeld enger technologischer Verflechtung bei gleichzeitig eingeschränkter formaler Teilhabe: Die Schweiz kann über ihre wiederhergestellte EuroHPC-Mitgliedschaft und die eigene Antenne HEARTS von den entstehenden europäischen KI-Fabriken profitieren, hat aber keinen Einfluss darauf, wo die grössten und teuersten Anlagen letztlich gebaut werden. Diese Konstellation dürfte die Debatte darüber verschärfen, wie viel eigenständige Rechenkapazität die Schweiz langfristig aufbauen muss, um nicht dauerhaft von politisch verhandelten Assoziierungsabkommen mit der EU abhängig zu bleiben.
Was bedeutet das für die Schweiz?
- Weil eine Gigafabrik physisch in einem EU-Land stehen muss, kann die Schweiz keine der bis zu sieben neuen Anlagen selbst beherbergen; über ihre Wiederassoziierung an die EuroHPC Joint Undertaking und an Horizon Europe können sich Schweizer Forschende und Unternehmen aber an den zugehörigen Ausschreibungen für Forschung und Zugang beteiligen.
- Die Schweiz betreibt am Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) in Lugano mit dem Supercomputer «Alps» bereits die Antenne «HEARTS» (HElvetic AI Resources, Technologies and Services) – eine von 13 im Oktober 2025 ausgewählten «AI Factory Antennas», die akademische Institutionen, Startups, KMU und die öffentliche Verwaltung an das europäische KI-Fabriken-Netzwerk anbindet und mit der finnischen LUMI-KI-Fabrik sowie den Antennen in Spanien, Schweden und Italien zusammenarbeitet.
- Für Schweizer Forschungsgruppen an ETH Zürich, EPFL und weiteren Hochschulen bedeutet die neue Ausschreibung potenziell zusätzliche Rechenkapazität im europäischen Verbund – zugleich zeigt der Fall, wie abhängig der Schweizer Forschungsstandort von politisch verhandelten Assoziierungsabkommen mit der EU bleibt, deren Fortbestand nicht garantiert ist.
Verwendete Quellen
Die EuroHPC Joint Undertaking veröffentlichte die Ausschreibung am 30. Juli 2026 auf ihrer offiziellen Website; Hintergrundangaben zur Schweizer Mitgliedschaft und zur Antenne HEARTS stammen von der EuroHPC JU sowie von der Greater Geneva Bern area (ggba.swiss).
- EuroHPC Joint Undertaking The EuroHPC Joint Undertaking launches the AI Gigafactories Call Originaldatum nicht erfasst
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu EU schreibt bis zu sieben «KI-Gigafabriken» aus – Schweiz über EuroHPC-Mitgliedschaft und CSCS-Antenne HEARTS eingebunden?
Die EuroHPC Joint Undertaking hat am 30. Juli 2026 eine Ausschreibung lanciert, mit der Konsortien für den Bau und Betrieb von bis zu sieben «KI-Gigafabriken» (AI Gigafactories) in mindestens sieben EU-Mitgliedstaaten gesucht werden; Angebote können bis zum 12. November 2026 eingereicht werden, die Auswahl der Projekte ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Weil eine Gigafabrik physisch in einem EU-Land stehen muss, kann die Schweiz keine der bis zu sieben neuen Anlagen selbst beherbergen; über ihre Wiederassoziierung an die EuroHPC Joint Undertaking und an Horizon Europe können sich Schweizer Forschende und Unternehmen aber an den zugehörigen Ausschreibungen für Forschung und Zugang beteiligen.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
Die EuroHPC Joint Undertaking veröffentlichte die Ausschreibung am 30. Juli 2026 auf ihrer offiziellen Website; Hintergrundangaben zur Schweizer Mitgliedschaft und zur Antenne HEARTS stammen von der EuroHPC JU sowie von der Greater Geneva Bern area (ggba.swiss).