Kurzfassung

Die Europäische Kommission hat am 30. Juli 2026 die Bewerbungsphase für bis zu sieben KI-«Gigafactories» in der EU eröffnet, die mit rund 10 Milliarden Euro öffentlichen Mitteln und mindestens 20 Milliarden Euro erwartetem privatem Kapital finanziert werden – ein Gesamtvolumen von rund 30 Milliarden Euro.

  • Die Europäische Kommission hat am 30. Juli 2026 die Bewerbungsphase für bis zu sieben KI-«Gigafactories» in der EU eröffnet, die mit rund 10 Milliarden Euro öffentlichen Mitteln und mindestens 20 Milliarden Euro erwartetem privatem Kapital finanziert werden – ein Gesamtvolumen von rund 30 Milliarden Euro.
  • Jede Anlage soll mindestens 100'000 modernste KI-Chips umfassen und damit rund viermal leistungsfähiger sein als die grössten heute in der EU betriebenen Rechenzentren; die Chiphersteller AMD, Nvidia und Qualcomm haben bereits Absichtserklärungen zur Belieferung der Konsortien unterzeichnet.
  • Die Ausschreibung schliesst am 12. November 2026, Zuschläge werden für Anfang 2027 erwartet, die Anlagen sollen innert 18 Monaten nach Vertragsabschluss betriebsbereit sein – erklärtes Ziel ist es, die Abhängigkeit Europas von US-amerikanischer und chinesischer Rechenleistung zu verringern.

Was ist passiert?

Die Europäische Kommission hat am 30. Juli 2026 offiziell die Ausschreibung für den Bau von bis zu sieben KI-«Gigafactories» in der EU eröffnet – eines der ambitioniertesten Projekte im Rahmen der europäischen Digitalstrategie zur technologischen Souveränität. Unternehmen und Investorengruppen können sich ab sofort um Fördergelder für den Bau neuer Rechenzentren der nächsten Generation bewerben. Das Programm ist mit rund 10 Milliarden Euro öffentlichen Mitteln hinterlegt, hinzu kommen soll mindestens 20 Milliarden Euro privates Kapital – macht in Summe ein angestrebtes Investitionsvolumen von rund 30 Milliarden Euro.

Jede der geplanten Anlagen soll mindestens 100'000 modernste KI-Chips umfassen, was sie nach Angaben der Kommission rund viermal leistungsfähiger machen würde als die grössten derzeit in der EU betriebenen Rechenzentren. Die Chiphersteller AMD, Nvidia und Qualcomm haben bereits Absichtserklärungen unterzeichnet, um die beteiligten Konsortien mit Hardware zu beliefern. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 12. November 2026, die Kommission will die Zuschläge Anfang 2027 bekanntgeben; die Anlagen sollen innerhalb von 18 Monaten nach Vertragsunterzeichnung den Betrieb aufnehmen.

Warum ist das wichtig?

Mit den Gigafactories reagiert die EU auf eine seit Jahren beklagte Schwäche: Der grösste Teil der weltweit verfügbaren KI-Rechenleistung steht in den USA und zunehmend in China, während europäische Forschung und Industrie bei Training und Betrieb grosser KI-Modelle auf externe Cloud-Kapazitäten angewiesen sind. Das Programm soll diese Abhängigkeit verringern und gleichzeitig europäischen KI-Firmen und Forschungseinrichtungen Zugang zu Rechenleistung verschaffen, die bislang nur den grossen US-Hyperscalern zur Verfügung stand.

Die schiere Grössenordnung – sieben Anlagen mit je mindestens 100'000 Spitzenchips – zeigt zugleich, wie sehr sich der globale Wettlauf um KI-Infrastruktur inzwischen auf Staatenbündnisse statt einzelne Länder verlagert hat. Einzelne europäische Staaten könnten ein Projekt dieser Grössenordnung kaum allein stemmen; erst die Bündelung von EU-Fördergeldern und privatem Kapital macht Anlagen möglich, die mit den grössten US-Rechenzentren mithalten sollen.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied und dürfte bei den Gigafactories, die über EU-eigene Industrie- und Infrastrukturprogramme finanziert werden, kaum als Standort oder direkte Förderempfängerin infrage kommen – anders als bei der reinen Forschungsförderung über Horizon Europe, wo die Schweiz seit ihrer vollen Wiederassoziierung im November 2025 unter anderem im Cluster «Künstliche Intelligenz» wieder mitbieten kann. Die Schweizer KI-Forschung bleibt damit für ihre eigene Recheninfrastruktur weiterhin primär auf nationale Investitionen angewiesen.

Der Grössenvergleich verdeutlicht die Herausforderung: Der Schweizer Supercomputer Alps am CSCS in Lugano, mit rund 100 Millionen Franken Anschaffungskosten und Platz 8 in der aktuellen TOP500-Liste eine der leistungsfähigsten Forschungsanlagen Europas, wirkt neben einer einzelnen EU-Gigafactory mit mindestens 100'000 Spitzenchips klein. Für Schweizer Forschungsgruppen, die im Rahmen von Horizon-Europe-Konsortien mit EU-Partnern zusammenarbeiten, könnte der Zugang zu dieser Rechenkapazität dennoch indirekt über gemeinsame Projekte möglich werden – ein zusätzlicher Anreiz, solche internationalen Kooperationen aktiv zu suchen.

Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu EU startet Ausschreibung für sieben KI-«Gigafactories» – Schweizer Forschung bleibt aussen vor?

Die Europäische Kommission hat am 30. Juli 2026 die Bewerbungsphase für bis zu sieben KI-«Gigafactories» in der EU eröffnet, die mit rund 10 Milliarden Euro öffentlichen Mitteln und mindestens 20 Milliarden Euro erwartetem privatem Kapital finanziert werden – ein Gesamtvolumen von rund 30 Milliarden Euro.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Die Gigafactories werden über EU-eigene Industrie- und Infrastrukturprogramme finanziert und richten sich an Konsortien aus EU-Mitgliedstaaten; anders als bei der Forschungsförderung über Horizon Europe, wo die Schweiz seit November 2025 wieder vollassoziiert ist, dürften Schweizer Institutionen hier kaum als Standort oder direkte Empfängerin der Fördergelder infrage kommen.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

BNN Bloomberg berichtete am 30. Juli 2026 über den Start der Ausschreibung; Euronews, Sifted und The Next Web lieferten zusätzliche Details zu Fördervolumen, Fristen und beteiligten Chipherstellern.