Kurzfassung
Demis Hassabis, Mitgründer und bisheriger CEO von Google DeepMind, wird Chairman der KI-Sparte und übernimmt zugleich die Rolle des Chief Scientist bei Alphabet – als Nachfolger von Jeff Dean.
- Demis Hassabis, Mitgründer und bisheriger CEO von Google DeepMind, wird Chairman der KI-Sparte und übernimmt zugleich die Rolle des Chief Scientist bei Alphabet – als Nachfolger von Jeff Dean.
- Koray Kavukcuoglu, bisheriger Chief Technology Officer von DeepMind und Googles «Chief AI Architect», übernimmt als Senior Vice President die operative Führung von DeepMind und damit die Verantwortung für die Gemini-Modellentwicklung, die Frontier-AI-Forschung sowie die Gemini-App.
- Jeff Dean verlässt Google nach 27 Jahren, um mit den ehemaligen Google-Forschenden Sanjay Ghemawat, Oriol Vinyals und Quoc Le das neue Unternehmen «Discovery Loop» zu gründen, das sich auf die Automatisierung wissenschaftlicher Entdeckungen mittels KI konzentrieren soll.
Was ist passiert?
Google hat am 5. August 2026 eine der bedeutendsten Führungsumbildungen seiner KI-Sparte seit Jahren bekanntgegeben. Demis Hassabis, der DeepMind 2010 mitgegründet und nach der Fusion mit Google Brain 2023 als CEO von Google DeepMind geführt hatte, tritt von seiner operativen Rolle zurück und wird stattdessen Chairman der Organisation sowie Chief Scientist von Alphabet – eine Position, die zuvor Jeff Dean innehatte. Hassabis erklärte, er habe «volles Vertrauen» in seinen Nachfolger und das übrige Führungsteam.
Die operative Leitung von DeepMind übernimmt Koray Kavukcuoglu, bislang Chief Technology Officer der Organisation und bei Google intern als «Chief AI Architect» bekannt – allerdings mit dem Titel Senior Vice President statt CEO. Kavukcuoglu wird künftig für die Entwicklung der Gemini-Modelle, die Frontier-AI-Forschung sowie die Gemini-App und die Entwicklerteams verantwortlich sein. In einem internen Memo betonte er, DeepMinds Mission, «KI verantwortungsvoll zum Nutzen der Menschheit zu entwickeln», ändere sich nicht; sein Fokus liege darauf, «den klarsten Weg zur Umsetzung unserer ambitionierten Gemini-Roadmap auf dem Weg zur AGI sicherzustellen». Laut Semafor hatte Hassabis die operative Verantwortung für Gemini und die Konsumenten-KI-Strategie bereits seit rund einem Jahr schrittweise an Kavukcuoglu übertragen.
Warum ist das wichtig?
Bemerkenswert ist vor allem der gleichzeitige Abgang von Jeff Dean, der nach 27 Jahren bei Google das Unternehmen verlässt. Dean, der als Google-Chefwissenschaftler und Mitbegründer des Google-Brain-Projekts zu den einflussreichsten Figuren der KI-Geschichte des Unternehmens zählt, gründet mit dem langjährigen Google-Veteranen Sanjay Ghemawat ein neues Unternehmen namens «Discovery Loop», das sich der Automatisierung von maschinellem Lernen sowie wissenschaftlichen und technischen Entdeckungen widmen soll. Ihnen schliessen sich mit Oriol Vinyals, Googles Forschungsvizepräsident und Gemini-Co-Lead, sowie Quoc Le, DeepMind Fellow und Gründungsmitglied des Google-Brain-Projekts, zwei weitere Schwergewichte an.
Der Umbau erfolgt vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Wettrennens: Google konzentriert seine KI-Führung zunehmend am Hauptsitz in Mountain View, um im Rennen gegen OpenAI und Anthropic an Fahrt zu gewinnen. Dass innerhalb weniger Tage sowohl der CEO als auch der Chefwissenschaftler ihre bisherigen Rollen abgeben und gleich vier hochrangige Forschende das Unternehmen komplett verlassen, unterstreicht, wie stark sich die Machtverhältnisse und Prioritäten in der KI-Branche derzeit verschieben – und wie hart um Spitzenkräfte konkurriert wird, selbst innerhalb etablierter Grosskonzerne.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Google betreibt in Zürich einen seiner grössten Entwicklungsstandorte ausserhalb der USA, an dem zahlreiche Ingenieurinnen und Forscher an Gemini- und DeepMind-nahen Projekten arbeiten. Eine derart weitreichende Führungsumbildung an der Spitze dürfte mittelfristig auch Priorisierung, Ressourcenverteilung und Projektzuteilungen an diesem Standort beeinflussen – ein Umstand, den Schweizer Fachkräfte in der KI-Branche im Auge behalten dürften.
Der Abgang mehrerer Spitzenforschender zu einem neu gegründeten Unternehmen reiht sich zudem in einen Trend ein, der auch Schweizer Hochschulen betrifft: den intensiven globalen Wettbewerb um KI-Talente. ETH Zürich und EPFL, die im Rahmen des neu gegründeten Swiss National AI Institute eng mit internationalen Partnern zusammenarbeiten, konkurrieren zunehmend mit genau jenen gut finanzierten Ausgründungen von Google-Veteranen um Forschende. Die jüngst bereits vermeldete Auflösung von DeepMinds AlphaFold-Team und die Verlagerung von Kompetenzen zu Isomorphic Labs zeigen zudem, wie stark sich DeepMinds Forschungsschwerpunkte verschieben – mit möglichen Folgen für bestehende Schweizer Forschungskooperationen im Bereich Proteinfaltung und biomedizinischer KI.
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu Demis Hassabis tritt als Google-DeepMind-Chef zurück – Kavukcuoglu übernimmt, Jeff Dean verlässt Google nach 27 Jahren?
Demis Hassabis, Mitgründer und bisheriger CEO von Google DeepMind, wird Chairman der KI-Sparte und übernimmt zugleich die Rolle des Chief Scientist bei Alphabet – als Nachfolger von Jeff Dean.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Google unterhält in Zürich einen seiner grössten Engineering-Standorte ausserhalb der USA, an dem zahlreiche Forschende an Gemini- und DeepMind-nahen Projekten mitarbeiten; eine derart weitreichende Führungsumbildung dürfte auch die Prioritäten und Ressourcen des Zürcher Standorts beeinflussen.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
Axios und CNBC berichteten am 5. August 2026 zuerst über die Personalrochade; Bloomberg, Fortune, Time und Semafor lieferten zusätzliche Hintergründe zu den Beweggründen und zur Zukunft der ausscheidenden Forschenden.