In Kürze

  • Die siebte Ausgabe der seit 2020 laufenden Studie «KMU Cybersicherheit 2026» von Mobiliar, dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), digitalswitzerland, der HES-SO, der HWZ und der SATW befragte zwischen Ende Juni und Anfang Juli 2026 507 Geschäftsleitende von Schweizer Kleinunternehmen mit 1 bis 49 Mitarbeitenden.
  • 6 Prozent der befragten KMU waren in den vergangenen drei Jahren von einem schwerwiegenden Cybervorfall betroffen, nach 4 Prozent im Vorjahr; 81 Prozent der Betriebe erwarten, dass künstliche Intelligenz Cyberangriffe künftig gefährlicher macht, während erst knapp die Hälfte der Unternehmen KI in eigenen Projekten einsetzt.
  • Technische Massnahmen wie Software-Updates (83%), Firewalls (68%) und Mehrfaktor-Authentifizierung (55%) sind verbreitet, doch organisatorisch hinkt die Vorbereitung nach: Nur 60 Prozent prüfen regelmässig, ob sich Datensicherungen im Ernstfall tatsächlich wiederherstellen lassen, und nur 21 Prozent (nach 15% im Vorjahr) weisen die Verantwortung für Cyberrisiken intern klar zu.

Was ist passiert?

Mobiliar hat am 22. Oktober 2026 zusammen mit dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), dem Verein digitalswitzerland, der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO), der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) und der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) die siebte Ausgabe der Studie «KMU Cybersicherheit 2026» veröffentlicht. Für die seit 2020 jährlich durchgeführte Erhebung wurden zwischen Ende Juni und Anfang Juli 2026 507 Geschäftsleitende von Schweizer Kleinunternehmen mit 1 bis 49 Mitarbeitenden befragt. 6 Prozent der Betriebe gaben an, in den vergangenen drei Jahren von einem schwerwiegenden Cybervorfall betroffen gewesen zu sein – ein Anstieg gegenüber 4 Prozent im Vorjahr, was hochgerechnet auf die gesamte Schweizer KMU-Landschaft mehreren Zehntausend betroffenen Betrieben entspricht.

Zentrales neues Ergebnis ist die Rolle künstlicher Intelligenz: 81 Prozent der befragten KMU erwarten, dass KI Cyberangriffe in Zukunft gefährlicher macht, während gleichzeitig erst knapp die Hälfte der Unternehmen KI überhaupt in eigenen Projekten einsetzt. Bei den Schutzmassnahmen zeigt die Studie ein Ungleichgewicht zwischen Technik und Organisation: Verbreitet sind regelmässige Software-Updates (83%), aktuelle Firewalls (68%) und Mehrfaktor-Authentifizierung (55%), doch nur 60 Prozent der Betriebe prüfen regelmässig, ob sich ihre Datensicherung im Ernstfall tatsächlich wiederherstellen lässt. Erstmals erhob die Studie zudem Daten zur digitalen Souveränität der befragten Unternehmen.

Warum ist das wichtig?

Die Zahlen zeigen eine wachsende Diskrepanz zwischen Bedrohungswahrnehmung und tatsächlicher organisatorischer Vorbereitung: Das subjektive Sicherheitsgefühl der befragten KMU sinkt seit Jahren leicht – von 57 Prozent im Jahr 2024 über 52 Prozent im Jahr 2025 auf 53 Prozent im laufenden Jahr –, während der Anteil der Betriebe, die sich «(sehr) unsicher» fühlen, von 7 auf inzwischen 12 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig weisen nur 21 Prozent der Unternehmen die Verantwortung für Cyberrisiken intern klar als Teilaufgabe zu, nach 15 Prozent im Vorjahr – ein Hinweis darauf, dass viele KMU zwar in Technik investieren, aber keine klaren internen Zuständigkeiten für den Ernstfall schaffen.

Dass ausgerechnet künstliche Intelligenz als Verstärker der Bedrohungslage wahrgenommen wird, deckt sich mit der allgemeinen Entwicklung in der Cybersicherheitsbranche: KI-Werkzeuge erleichtern es Angreifenden, Schwachstellen automatisiert zu finden und überzeugende Phishing-Mails in mehreren Sprachen zu verfassen. Für kleine Betriebe ohne eigene IT-Sicherheitsabteilung verschiebt sich damit das Risiko weiter zu ihren Ungunsten, selbst wenn sie selbst noch kaum KI einsetzen.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.

  • Die Studie betrifft den Kern der Schweizer Wirtschaft: Rund 99 Prozent der Unternehmen hierzulande sind KMU, viele davon ohne eigene IT-Abteilung – die Lücke zwischen hoher KI-Bedrohungswahrnehmung und sinkender organisatorischer Priorität trifft damit die Mehrheit der Arbeitsplätze im Land.
  • Dass nur 60 Prozent der KMU regelmässig überprüfen, ob ihre Datensicherung im Ernstfall tatsächlich funktioniert, verschärft das Risiko gerade im Zusammenspiel mit KI-gestützten Angriffswerkzeugen, die Schwachstellen schneller finden und Phishing-Mails überzeugender formulieren als bisher.
  • Mit dem BACS, digitalswitzerland, der HES-SO, der HWZ und der SATW als Trägerschaft erhält die Studie zusätzliches Gewicht als nationale Referenz für die Cybersicherheitspolitik gegenüber KMU – ein Signal an Branchenverbände und Kantone, Beratungs- und Förderangebote gezielter auf die organisatorische Lücke statt nur auf Technik auszurichten.

Verwendete Quellen

Mobiliar veröffentlichte die Medienmitteilung zur Studie «KMU Cybersicherheit 2026» am 22. Oktober 2026; Inside IT, Netzwoche und weitere Schweizer Wirtschaftsmedien berichteten zusätzlich über die Kennzahlen zu Bedrohungswahrnehmung und Schutzmassnahmen.

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Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu Studie «KMU Cybersicherheit 2026»: Vier von fünf Schweizer Kleinbetrieben erwarten gefährlichere Angriffe durch KI?

Die siebte Ausgabe der seit 2020 laufenden Studie «KMU Cybersicherheit 2026» von Mobiliar, dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), digitalswitzerland, der HES-SO, der HWZ und der SATW befragte zwischen Ende Juni und Anfang Juli 2026 507 Geschäftsleitende von Schweizer Kleinunternehmen mit 1 bis 49 Mitarbeitenden.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Die Studie betrifft den Kern der Schweizer Wirtschaft: Rund 99 Prozent der Unternehmen hierzulande sind KMU, viele davon ohne eigene IT-Abteilung – die Lücke zwischen hoher KI-Bedrohungswahrnehmung und sinkender organisatorischer Priorität trifft damit die Mehrheit der Arbeitsplätze im Land.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

Mobiliar veröffentlichte die Medienmitteilung zur Studie «KMU Cybersicherheit 2026» am 22. Oktober 2026; Inside IT, Netzwoche und weitere Schweizer Wirtschaftsmedien berichteten zusätzlich über die Kennzahlen zu Bedrohungswahrnehmung und Schutzmassnahmen.