Kurzfassung
Am 13. Juli 2026 veröffentlichten die Ökonomen Erik Brynjolfsson, Ajay Agrawal, Anton Korinek und Tom Cunningham das kurze Statement «We Must Act Now: A Statement on AI's Transformation of the Economy», das rasch auf über 200 Unterzeichnende anwuchs, darunter 16 Nobelpreisträger.
- Am 13. Juli 2026 veröffentlichten die Ökonomen Erik Brynjolfsson, Ajay Agrawal, Anton Korinek und Tom Cunningham das kurze Statement «We Must Act Now: A Statement on AI's Transformation of the Economy», das rasch auf über 200 Unterzeichnende anwuchs, darunter 16 Nobelpreisträger.
- Zu den Unterzeichnenden gehören unter anderem Daron Acemoglu und Simon Johnson – die Nobelpreisträger 2024, die frühere KI-Verdrängungsängste lange als übertrieben eingeschätzt hatten – sowie Joseph Stiglitz, Paul Krugman, Ben Bernanke und weitere Koryphäen, dazu Fachleute aus den Forschungsabteilungen von Google, Anthropic und OpenAI.
- Das Statement warnt, KI könne eine wirtschaftliche Transformation auslösen, die «grösser als die industrielle Revolution, aber in einem deutlich kürzeren Zeitraum» abläuft, und ruft Forschung, Politik und Technologiefirmen auf, jetzt gemeinsam Leitplanken und Institutionen für diesen Wandel zu schaffen.
Was ist passiert?
Eine Gruppe um die Ökonomen Erik Brynjolfsson, Ajay Agrawal, Anton Korinek und Tom Cunningham hat am 13. Juli 2026 über das Stanford Digital Economy Lab das Statement «We Must Act Now: A Statement on AI's Transformation of the Economy» veröffentlicht. Der bewusst kurz gehaltene, rund 90 Wörter umfassende offene Brief wuchs innert Tagen auf über 200 Unterzeichnende an, darunter 16 Nobelpreisträger sowie Fachleute und Führungskräfte aus den Forschungsabteilungen von Google, Anthropic und OpenAI.
Zu den prominentesten Unterzeichnenden gehören Daron Acemoglu und Simon Johnson, die 2024 gemeinsam den Wirtschaftsnobelpreis erhielten und jahrelang gegen den Hype um KI-bedingte Arbeitsplatzverluste argumentiert hatten – nun aber selbst zur Vorsicht mahnen. Weitere Unterzeichner sind unter anderem Joseph Stiglitz, Michael Spence, Paul Krugman, Ben Bernanke, Bengt Holmström und Paul Milgrom. Das Statement warnt, KI-Systeme könnten in den kommenden Jahren so leistungsfähig werden, dass sie eine wirtschaftliche Transformation auslösen, «grösser als die industrielle Revolution, aber in einem deutlich kürzeren Zeitraum».
Warum ist das wichtig?
Bemerkenswert ist weniger der Inhalt selbst – Warnungen vor KI-bedingtem Strukturwandel gibt es seit Jahren – als die Breite und das Gewicht der Unterzeichnenden. Wenn ausgerechnet jene Nobelpreisträger, die frühere Verdrängungsängste als übertrieben zurückgewiesen hatten, nun selbst zur Vorbereitung aufrufen, signalisiert das eine Verschiebung im wissenschaftlichen Konsens. Das Statement benennt explizit sowohl Risiken – grossflächige Verdrängung von Arbeitsplätzen – als auch Chancen wie deutliche Wohlstandsgewinne, sofern der Wandel aktiv gestaltet wird.
Die Unterzeichnung durch Fachleute aus den Forschungsabteilungen von Google, Anthropic und OpenAI selbst ist ebenfalls bemerkenswert: Die Unternehmen, die diese Technologie entwickeln, räumen damit implizit ein, dass die wirtschaftlichen Folgen ihrer eigenen Produkte grösser und schneller eintreten könnten, als bisherige Debatten annahmen – ein Kontrast zur oft zurückhaltenden offiziellen Kommunikation der Anbieter zu Arbeitsmarktrisiken.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Für die Schweiz mit ihrem hohen Anteil wissensintensiver Dienstleistungen und einem international stark vernetzten Arbeitsmarkt ist die im Statement beschriebene Beschleunigung von besonderer Bedeutung. Schweizer Forschungsinstitutionen wie die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich beobachten bereits einen Trend zu KI-bedingtem Stellenabbau bei börsenkotierten Unternehmen – das internationale Statement liefert diesen Befunden zusätzliches wissenschaftliches Gewicht und dürfte hiesige Studien zu Verteilungs- und Arbeitsmarktfolgen weiter befeuern.
Sozialpartner, Berufsbildungsinstitutionen und Wirtschaftsverbände sind gut beraten, die geforderte frühzeitige Vorbereitung nicht auf die lange Bank zu schieben: Eine rechtzeitige Überprüfung von Weiterbildungsangeboten, Berufsbildern und sozialen Auffangnetzen ist günstiger und wirksamer, als erst auf sichtbaren Stellenabbau zu reagieren. Für Schweizer KMU heisst das konkret, den eigenen Kompetenzaufbau bei Mitarbeitenden nicht dem Zufall zu überlassen, sondern gezielt in jene Fähigkeiten zu investieren, die KI ergänzen statt ersetzen.
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu 16 Nobelpreisträger warnen: «Wir müssen jetzt handeln», um die KI-Wirtschaftstransformation zu steuern?
Am 13. Juli 2026 veröffentlichten die Ökonomen Erik Brynjolfsson, Ajay Agrawal, Anton Korinek und Tom Cunningham das kurze Statement «We Must Act Now: A Statement on AI's Transformation of the Economy», das rasch auf über 200 Unterzeichnende anwuchs, darunter 16 Nobelpreisträger.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Für die exportorientierte Schweizer Volkswirtschaft mit ihrem hohen Anteil an wissensintensiven Dienstleistungen ist die im Statement beschriebene Beschleunigung besonders relevant – gerade weil frühere Nobelpreisträger wie Acemoglu ihre Skepsis gegenüber KI-bedingter Verdrängung nun revidiert haben.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
Das Stanford Digital Economy Lab veröffentlicht das Statement «We Must Act Now», das von über 200 Ökonominnen, Ökonomen und KI-Forschenden – darunter 16 Nobelpreisträger – unterzeichnet wurde.