In Kürze
- OpenAI hat am 30. Oktober 2026 angekündigt, ein neues robots.txt-Signal zu respektieren, mit dem Website-Betreiber das Training von KI-Modellen auf ihren Inhalten gezielt untersagen können; das Signal baut auf einem Entwurf der IETF-Arbeitsgruppe «AI Preferences» auf und nutzt die bestehende robots.txt-Syntax nach RFC 9309 ohne neue Befehle.
- Mehrere Berichte nennen auch Google, Microsoft und Anthropic als Unterstützer eines gemeinsamen Signals; die Angaben zum Zeitpunkt der Umsetzung gehen jedoch auseinander – Anthropic soll es laut Berichten bereits respektieren, Microsoft erst ab 1. Februar 2027, Google ab «Anfang 2027», während OpenAI selbst nur von einer Umsetzung «in den kommenden Monaten» spricht.
- Der zugrunde liegende Entwurf ist bei der IETF bislang nicht als Standard verabschiedet, bleibt freiwillig und ersetzt bestehende Crawler-Steuerungen wie OpenAIs GPTBot nicht; Stillschweigen in der robots.txt gilt weiterhin nicht als Ablehnung des KI-Trainings.
Was ist passiert?
OpenAI hat am 30. Oktober 2026 in einem Blogbeitrag angekündigt, ein neues, branchenübergreifendes robots.txt-Signal zu unterstützen, mit dem Website-Betreiber angeben können, ob ihre Inhalte für das Training von KI-Modellen verwendet werden dürfen. Das Signal basiert auf einem Entwurf der IETF-Arbeitsgruppe «AI Preferences» und nutzt die etablierte robots.txt-Struktur nach RFC 9309 – es sind also keine neuen Dateien oder Befehle nötig, sondern lediglich eine zusätzliche User-Agent-Gruppe mit Allow- und Disallow-Zeilen.
Laut mehreren Medienberichten haben sich am gleichen Tag auch Google, Microsoft und Anthropic dazu bekannt, das Signal künftig zu respektieren; die Quellenlage zum genauen Umfang dieser Zusagen ist allerdings uneinheitlich. Am klarsten ist der Zeitplan bei Microsoft, das die Umsetzung auf den 1. Februar 2027 angesetzt und damit seine bisherigen NoArchive- und NoCache-Tags ablösen will. Google nennt «Anfang 2027», während OpenAI selbst nur von einer Einführung «in den kommenden Monaten» spricht, ohne festes Datum. Bestehende Crawler-Steuerungen wie OpenAIs GPTBot bleiben parallel in Kraft.
Warum ist das wichtig?
Die Initiative reagiert auf jahrelange Kritik von Verlagen, Autorinnen und Autoren sowie weiteren Rechteinhabern, die beklagen, dass ihre Inhalte ohne Zustimmung oder Vergütung zum Training von KI-Modellen verwendet werden – ein Streitpunkt, der zuletzt auch europäische Medienunternehmen betrifft, etwa im Zusammenhang mit grosszügigeren Scraping-Bedingungen einzelner Plattformen. Ein einheitliches, technisch einfach umsetzbares Signal könnte Website-Betreibern erstmals eine Möglichkeit geben, sich gegenüber mehreren grossen KI-Anbietern gleichzeitig zu positionieren, statt für jeden Anbieter einzeln unterschiedliche Regeln zu pflegen.
Gleichzeitig bleibt die Reichweite des Signals begrenzt: Die IETF hat den zugrunde liegenden Entwurf bislang nicht offiziell als Standard verabschiedet, sodass es sich rechtlich um eine freiwillige Selbstverpflichtung der beteiligten Unternehmen handelt, nicht um eine erzwingbare Regel. Zudem wirkt das Signal nur auf künftiges Crawling – bereits für das Training verwendete Inhalte werden dadurch nicht entfernt. Kleinere oder weniger bekannte KI-Anbieter sind an die Zusage ohnehin nicht gebunden.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.
- Schweizer Medienhäuser, Online-Shops und KMU-Websites erhalten mit dem neuen Signal ein einfaches technisches Mittel, um ihre Inhalte vom Training grosser KI-Modelle auszuschliessen – unabhängig davon, ob ein eigenes Schweizer KI-Gesetz existiert, denn ein solches geht laut Bundesrat frühestens ab Frühjahr 2027 in die Vernehmlassung.
- Weil das Signal freiwillig ist und nur von den beteiligten Anbietern selbst respektiert wird, ersetzt es keinen rechtlichen Schutz nach Schweizer Urheberrecht oder Datenschutzgesetz (nDSG); Schweizer Rechteinhaberinnen und -inhaber, die sich gegen eine Nutzung ihrer Inhalte wehren wollen, bleiben weiterhin auf vertragliche Regelungen oder den Rechtsweg angewiesen.
- Für Schweizer IT- und Rechtsabteilungen bedeutet die uneinheitliche Zeitschiene der Anbieter zusätzlichen Prüfaufwand: Wer sein robots.txt heute anpasst, kann nicht davon ausgehen, dass bereits alle grossen KI-Anbieter das Signal respektieren – eine Kontrolle und Anpassung dürfte über mehrere Monate hinweg nötig sein.
Verwendete Quellen
OpenAI kündigte die Unterstützung des gemeinsamen robots.txt-Signals am 30. Oktober 2026 in einem eigenen Blogbeitrag an; Angaben zur Beteiligung von Google, Microsoft und Anthropic sowie zum Stand der zugrunde liegenden IETF-Spezifikation wurden mit Berichten von Bleeping Computer, TheNextWeb und Born City abgeglichen – einzelne Quellen sind sich uneinig, ob bereits alle vier Unternehmen verbindlich zugesagt haben.
Quellenstatus: 2 verlinkte Quellen · 0 von 2 Originaldaten verifiziert. Prüfregeln ansehen
- OpenAI Making it easier for websites to express AI training preferences Originaldatum nicht erfasst Rolle: Primärquelle · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 3. November 2026
- TheNextWeb Google, Microsoft, OpenAI and Anthropic back one AI training opt-out Originaldatum nicht erfasst Rolle: Unabhängige Bestätigung · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 3. November 2026
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu OpenAI und weitere KI-Firmen wollen gemeinsames robots.txt-Signal gegen KI-Training respektieren?
OpenAI hat am 30. Oktober 2026 angekündigt, ein neues robots.txt-Signal zu respektieren, mit dem Website-Betreiber das Training von KI-Modellen auf ihren Inhalten gezielt untersagen können; das Signal baut auf einem Entwurf der IETF-Arbeitsgruppe «AI Preferences» auf und nutzt die bestehende robots.txt-Syntax nach RFC 9309 ohne neue Befehle.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Schweizer Medienhäuser, Online-Shops und KMU-Websites erhalten mit dem neuen Signal ein einfaches technisches Mittel, um ihre Inhalte vom Training grosser KI-Modelle auszuschliessen – unabhängig davon, ob ein eigenes Schweizer KI-Gesetz existiert, denn ein solches geht laut Bundesrat frühestens ab Frühjahr 2027 in die Vernehmlassung.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
OpenAI kündigte die Unterstützung des gemeinsamen robots.txt-Signals am 30. Oktober 2026 in einem eigenen Blogbeitrag an; Angaben zur Beteiligung von Google, Microsoft und Anthropic sowie zum Stand der zugrunde liegenden IETF-Spezifikation wurden mit Berichten von Bleeping Computer, TheNextWeb und Born City abgeglichen – einzelne Quellen sind sich uneinig, ob bereits alle vier Unternehmen verbindlich zugesagt haben.