Kurzfassung

Die Accenture-Studie «Pulse of Change 2026» zeigt, dass Schweizer Angestellte im europäischen Vergleich am häufigsten KI-Werkzeuge am Arbeitsplatz nutzen; befragt wurden zwischen April und Juni 2026 europaweit je 980 Führungskräfte und Mitarbeitende ohne Führungsfunktion, davon in der Schweiz je 100.

  • Die Accenture-Studie «Pulse of Change 2026» zeigt, dass Schweizer Angestellte im europäischen Vergleich am häufigsten KI-Werkzeuge am Arbeitsplatz nutzen; befragt wurden zwischen April und Juni 2026 europaweit je 980 Führungskräfte und Mitarbeitende ohne Führungsfunktion, davon in der Schweiz je 100.
  • In der Schweiz zeigt sich dabei die grösste Kluft zwischen Chefetage und Belegschaft im europäischen Vergleich: 94 Prozent der befragten Führungskräfte, aber nur 27 Prozent der Mitarbeitenden ohne Führungsfunktion setzen KI im Berufsalltag bereits ein.
  • Europaweit wollen 84 Prozent der Unternehmen ihre KI-Investitionen 2026 ausbauen, und 80 Prozent der Führungskräfte sehen KI in erster Linie als Hebel für Umsatzwachstum statt für Kostensenkung; während 84 Prozent der Führungskräfte vom wirtschaftlichen Potenzial der KI überzeugt sind, teilen nur 61 Prozent der Mitarbeitenden diesen Optimismus.

Was ist passiert?

Der Beratungskonzern Accenture hat im Rahmen seiner jährlichen Studie «Pulse of Change 2026» eine Länderauswertung für die Schweiz veröffentlicht, über die Schweizer Wirtschaftsmedien am 28. Juli 2026 berichteten. Für die europaweite Erhebung befragte Accenture zwischen April und Juni 2026 insgesamt 980 Führungskräfte auf C-Level-Stufe sowie 980 Angestellte ohne Führungsfunktion in mehreren europäischen Ländern; in der Schweiz nahmen je 100 Führungskräfte und Mitarbeitende an der Befragung teil. Das zentrale Ergebnis: Schweizer Angestellte nutzen KI-Werkzeuge am Arbeitsplatz im europäischen Vergleich am häufigsten.

Gleichzeitig zeigt die Studie eine markante Kluft innerhalb der Schweizer Unternehmen selbst: 94 Prozent der befragten Schweizer Führungskräfte gaben an, KI bereits im Berufsalltag einzusetzen, während dies bei den Mitarbeitenden ohne Führungsfunktion nur 27 Prozent taten – die grösste Differenz zwischen Kader und Belegschaft, die Accenture im europäischen Vergleich gemessen hat. Europaweit planen laut der Studie 84 Prozent der Unternehmen, ihre KI-Investitionen 2026 weiter auszubauen, wobei 80 Prozent der Führungskräfte KI in erster Linie als Hebel für Umsatzwachstum und nicht primär für Kostensenkung betrachten.

Warum ist das wichtig?

Die Studie legt eine Diskrepanz offen, die in vielen Digitalisierungsdebatten oft übersehen wird: Hohe Nutzungszahlen auf Führungsebene sagen wenig darüber aus, wie stark KI tatsächlich in der breiten Belegschaft angekommen ist. Wenn europaweit 84 Prozent der Führungskräfte vom wirtschaftlichen Potenzial der KI überzeugt sind, aber nur 61 Prozent der Mitarbeitenden diesen Optimismus teilen, deutet dies auf eine Vertrauens- und Kommunikationslücke hin, die Unternehmen bei der Einführung von KI-Werkzeugen berücksichtigen müssen.

Für die Schweiz ist besonders bemerkenswert, dass ausgerechnet das Land mit der höchsten KI-Nutzung insgesamt zugleich die grösste interne Kluft aufweist. Das deutet darauf hin, dass die hohen Gesamtwerte primär durch eine sehr intensive Nutzung auf Kaderstufe getrieben werden, während ein grosser Teil der operativen Belegschaft bislang kaum systematisch eingebunden ist – ein Muster, das sich von anderen europäischen Ländern mit ausgeglicheneren Verhältnissen unterscheidet.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Dass ausgerechnet die Schweiz die grösste Kluft zwischen Kader und Belegschaft aufweist, deutet darauf hin, dass KI-Nutzung hierzulande bislang stark von individueller Initiative einzelner Führungskräfte getragen wird statt von einer systematischen, unternehmensweiten Einführung mit begleitenden Schulungen. Für Schweizer Arbeitgeber ergibt sich daraus konkreter Handlungsbedarf: Ohne gezielte Weiterbildungsangebote und klare interne Kommunikation zu KI-Anwendungen dürfte sich die Lücke zwischen Führungsebene und operativer Belegschaft eher vergrössern als schliessen, mit dem Risiko, dass Produktivitätsgewinne ungleich verteilt bleiben und Mitarbeitende ohne Führungsfunktion den Anschluss verlieren.

Besonders betroffen dürften kleinere und mittlere Unternehmen sein, die im Unterschied zu Grosskonzernen oft über keine eigene Digitalisierungs- oder KI-Abteilung verfügen und bei denen die Einführung neuer Werkzeuge stärker von einzelnen Personen abhängt. Hier setzen bestehende Förderangebote an – etwa die Innovationsagentur Innosuisse, das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO oder kantonale KI-Innovationsprogramme wie jenes des Kantons Zürich –, deren Wirksamkeit sich letztlich auch daran messen liesse, ob sich die von Accenture gemessene Kluft zwischen Kader und Belegschaft in den kommenden Jahren verkleinert.

Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu Studie: Schweizer Angestellte nutzen KI am Arbeitsplatz europaweit am häufigsten – doch die Kluft zur Chefetage ist riesig?

Die Accenture-Studie «Pulse of Change 2026» zeigt, dass Schweizer Angestellte im europäischen Vergleich am häufigsten KI-Werkzeuge am Arbeitsplatz nutzen; befragt wurden zwischen April und Juni 2026 europaweit je 980 Führungskräfte und Mitarbeitende ohne Führungsfunktion, davon in der Schweiz je 100.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Dass ausgerechnet die Schweiz die grösste Kluft zwischen Kader und Belegschaft aufweist, deutet darauf hin, dass KI-Nutzung hierzulande bislang stark von individueller Initiative einzelner Führungskräfte statt von einer systematischen, unternehmensweiten Einführung getragen wird.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

finanzen.ch und Nau.ch berichteten am 28. Juli 2026 über die Schweizer Länderauswertung der Accenture-Studie «Pulse of Change 2026»; für die Erhebung wurden zwischen April und Juni 2026 europaweit je 980 Führungskräfte und Angestellte befragt, davon je 100 in der Schweiz.