Kurzfassung
Die AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie 2026, erstellt vom Forschungsinstitut Sotomo anhand einer Umfrage bei 336 Schweizer KMU mit mindestens fünf Beschäftigten, zeigt: 74 Prozent der Betriebe nutzen KI bereits oder testen sie aktiv.
- Die AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie 2026, erstellt vom Forschungsinstitut Sotomo anhand einer Umfrage bei 336 Schweizer KMU mit mindestens fünf Beschäftigten, zeigt: 74 Prozent der Betriebe nutzen KI bereits oder testen sie aktiv.
- Am häufigsten kommt KI bei Übersetzungen (47 Prozent), Korrespondenz (42 Prozent) und dem Verfassen von Werbetexten (35 Prozent) zum Einsatz – klassische Textaufgaben stehen klar im Vordergrund.
- Nur 12 Prozent der KI-nutzenden Betriebe rechnen deswegen mit Stellenabbau; grösste Sorge bleiben laut Studie steigende Kosten, die 65 Prozent der KMU in den letzten zwei Jahren am stärksten belastet haben – nicht KI oder US-Zölle.
Was ist passiert?
Die AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie 2026 wurde vom Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag von AXA erstellt und beruht auf einer Online-Befragung von 336 Schweizer KMU mit mindestens fünf Beschäftigten aus der Deutsch- und Westschweiz, durchgeführt im März 2026. Ein zentrales Ergebnis: 74 Prozent der befragten Betriebe setzen künstliche Intelligenz bereits ein oder testen sie aktiv – die grosse Mehrheit der Schweizer KMU hat sich damit vom Zuschauer zum zumindest experimentierenden Anwender entwickelt.
Bei den konkreten Einsatzgebieten dominieren klassische Textaufgaben: Übersetzungen führen mit 47 Prozent, gefolgt von Korrespondenz mit 42 Prozent und dem Verfassen von Werbetexten mit 35 Prozent. Nur 12 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen erwarten deswegen einen Abbau von Stellen. Die grösste Sorge der befragten KMU insgesamt ist laut Studie ein anderes Thema: 65 Prozent nennen steigende Kosten als stärkste Belastung der letzten zwei Jahre – deutlich vor KI oder den US-Zöllen.
Warum ist das wichtig?
Die Studie liefert erstmals differenzierte Zahlen dazu, wofür Schweizer KMU KI tatsächlich nutzen – und das Bild ist nüchterner als manche Debatte um «KI-Transformation» suggeriert. Statt tiefgreifender Prozessautomatisierung dominieren Text- und Sprachaufgaben, die sich mit generativen Werkzeugen vergleichsweise einfach und risikoarm umsetzen lassen. Das deckt sich mit dem bereits von BDO beschriebenen Muster: breite Nutzung bei einzelnen Anwendungen, aber noch wenig strategische Integration.
Bemerkenswert ist zudem die geringe Sorge vor Stellenabbau: Nur gut jedes achte KI-nutzende KMU rechnet mit Personalabbau durch KI. Das steht in deutlichem Kontrast zu Ankündigungen grosser kotierter Unternehmen wie Lastminute oder DocMorris, die im Zuge KI-gestützter Reorganisationen hunderte Stellen streichen. Offenbar wirkt sich KI je nach Unternehmensgrösse und Branche sehr unterschiedlich auf den Personalbestand aus.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Für die vielsprachige Schweiz ist besonders aufschlussreich, dass Übersetzungen die häufigste KI-Anwendung bei KMU sind. Betriebe, die über Sprachregionen hinweg tätig sind oder international kommunizieren, können hier vergleichsweise unmittelbar von generativer KI profitieren – ein Vorteil, den die Studie erstmals konkret beziffert.
Gleichzeitig bestätigt die Studie die bereits bekannte Kluft zwischen breiter, aber oberflächlicher Nutzung und echter strategischer Integration: Solange KI vor allem bei Übersetzung und Korrespondenz eingesetzt wird, bleibt viel Produktivitätspotenzial ungenutzt, das grössere Unternehmen mit systematischeren Ansätzen bereits abschöpfen. Für die Wirtschaftspolitik liefert das ein Argument, KMU gezielter bei der nächsten Ausbaustufe – etwa Prozessautomatisierung oder Dateninfrastruktur – zu unterstützen, statt sich auf die hohe Grundnutzung zu verlassen.
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu AXA-Studie: Drei Viertel der Schweizer KMU nutzen KI bereits – vor allem für Übersetzungen?
Die AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie 2026, erstellt vom Forschungsinstitut Sotomo anhand einer Umfrage bei 336 Schweizer KMU mit mindestens fünf Beschäftigten, zeigt: 74 Prozent der Betriebe nutzen KI bereits oder testen sie aktiv.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Die Studie bestätigt einen bereits von BDO beschriebenen Trend – breite, aber oft oberflächliche KI-Nutzung bei Schweizer KMU – und liefert erstmals konkrete Zahlen dazu, wofür KMU KI tatsächlich einsetzen: mehrheitlich Text- und Sprachaufgaben statt tiefer Prozessintegration.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
watson.ch berichtet über die AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie 2026, die das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag von AXA bei 336 Schweizer KMU aus der Deutsch- und Westschweiz erhoben hat; SRF ordnet die Ergebnisse zusätzlich ein.