In Kürze

  • Der «B2B-Monitor 2026» des Beratungsunternehmens Carpathia mit dem Titel «Zwischen KI-Versprechen und Technologiemüdigkeit» zeigt, dass 27 Prozent der befragten Schweizer B2B-Einkäuferinnen und -Einkäufer KI bereits für die Suche nach Produkten und Lieferanten nutzen.
  • Der KI-Einsatz hängt jedoch stark von der Unternehmensgrösse ab: Bei Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden liegt der Anteil bei 54 Prozent, bei kleineren Unternehmen deutlich tiefer. Auch bei der direkten Systemanbindung zeigt sich dieses Gefälle: 70 Prozent der grösseren Firmen bestellen regelmässig oder gelegentlich direkt aus dem eigenen System, bei kleineren Unternehmen sind es nur 19 Prozent.
  • Trotz wachsender KI-Nutzung bleibt der persönliche Kontakt zentral: 92 Prozent der Befragten bezeichnen persönliche Ansprechpersonen als wichtig oder eher wichtig. Grundlage der Online-Befragung von April bis Juli 2026 sind 146 vollständig ausgewertete Antworten.

Was ist passiert?

Das Beratungsunternehmen Carpathia hat am 21. August 2026 die Ergebnisse seines «B2B-Monitor 2026» veröffentlicht, einer jährlichen Studie zum digitalen Firmeneinkauf in der Schweiz mit dem diesjährigen Titel «Zwischen KI-Versprechen und Technologiemüdigkeit». Grundlage ist eine Online-Befragung, die von April bis Juli 2026 durchgeführt wurde und 146 vollständig ausgewertete Antworten von Schweizer B2B-Einkäuferinnen und -Einkäufern umfasst. Die zentrale Erkenntnis: 27 Prozent der Befragten nutzen KI bereits aktiv für die Suche nach Produkten und Lieferanten – ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Erhebungen.

Die Studie zeigt jedoch ein klares Gefälle nach Unternehmensgrösse: Bei Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden liegt der Anteil der KI-Nutzung bei der Lieferantensuche bei 54 Prozent, während kleinere Unternehmen deutlich seltener auf KI zurückgreifen. Ähnlich sieht es bei der technischen Integration aus: 70 Prozent der grösseren Firmen bestellen regelmässig oder gelegentlich direkt aus dem eigenen ERP- oder Beschaffungssystem, bei kleineren Unternehmen sind es lediglich 19 Prozent. Trotz der wachsenden Bedeutung von KI-Werkzeugen bewerten 92 Prozent der Befragten den persönlichen Kontakt zu Ansprechpersonen weiterhin als wichtig oder eher wichtig.

Warum ist das wichtig?

Die Studie liefert einen der wenigen konkreten Datenpunkte dazu, wie KI den B2B-Einkauf in der Schweiz tatsächlich verändert – jenseits allgemeiner Aussagen zu «KI-Transformation». Der deutliche Unterschied zwischen grösseren und kleineren Unternehmen zeigt, dass der Zugang zu KI-gestützter Beschaffung stark von vorhandenen IT-Ressourcen und Systemlandschaften abhängt: Grössere Firmen verfügen eher über die technische Infrastruktur, um KI-Werkzeuge direkt an bestehende Einkaufssysteme anzubinden, während kleinere Betriebe oft auf manuelle Prozesse angewiesen bleiben.

Bemerkenswert ist zudem der Befund zum persönlichen Kontakt: Trotz wachsender KI-Nutzung bleibt die menschliche Beziehung zwischen Einkauf und Vertrieb für die grosse Mehrheit der Befragten zentral. Das deutet darauf hin, dass KI im B2B-Einkauf vorerst primär als Werkzeug zur Vorauswahl und Informationsbeschaffung eingesetzt wird, während die eigentliche Kaufentscheidung weiterhin stark von persönlichem Vertrauen und etablierten Geschäftsbeziehungen geprägt bleibt – ein Umstand, der den vom Studientitel angedeuteten Kontrast zwischen KI-Versprechen und tatsächlicher «Technologiemüdigkeit» im Alltag vieler Einkaufsabteilungen erklärt.

Was bedeutet das für die Schweiz?

  • Für kleinere Schweizer KMU zeigt die Studie eine reale Technologielücke im B2B-Einkauf auf: Während grössere Firmen KI-gestützte Beschaffung und direkte Systemanbindungen bereits breiter nutzen, hinken kleinere Betriebe bei Ressourcen und IT-Integration hinterher – mit dem Risiko, im Wettbewerb um effiziente Beschaffungsprozesse zurückzufallen.
  • Der Befund, dass persönlicher Kontakt trotz KI-Einsatz für 92 Prozent der Befragten wichtig bleibt, liefert Schweizer Lieferantinnen und Lieferanten sowie B2B-Vertriebsabteilungen ein Argument dafür, KI-Werkzeuge als Ergänzung statt als Ersatz für bestehende Kundenbeziehungen zu positionieren.
  • Für Anbieter von Beschaffungssoftware und E-Commerce-Lösungen im Schweizer Markt zeigt die Studie einen konkreten Ansatzpunkt: Produkte, die kleineren Unternehmen eine einfachere KI-gestützte Anbindung an bestehende Lieferantensysteme ermöglichen, könnten die aktuell grosse Lücke zwischen kleinen und grossen Firmen verringern.

Verwendete Quellen

Swiss IT Magazine berichtete am 21. August 2026 über die Studienergebnisse des Beratungsunternehmens Carpathia; etailment.de ordnete die Zahlen zum KI-Einsatz im Schweizer B2B-Einkauf zusätzlich ein.

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Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu B2B-Monitor 2026: KI gewinnt im Schweizer Firmeneinkauf an Gewicht – aber nur bei grösseren Unternehmen?

Der «B2B-Monitor 2026» des Beratungsunternehmens Carpathia mit dem Titel «Zwischen KI-Versprechen und Technologiemüdigkeit» zeigt, dass 27 Prozent der befragten Schweizer B2B-Einkäuferinnen und -Einkäufer KI bereits für die Suche nach Produkten und Lieferanten nutzen.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Für kleinere Schweizer KMU zeigt die Studie eine reale Technologielücke im B2B-Einkauf auf: Während grössere Firmen KI-gestützte Beschaffung und direkte Systemanbindungen bereits breiter nutzen, hinken kleinere Betriebe bei Ressourcen und IT-Integration hinterher – mit dem Risiko, im Wettbewerb um effiziente Beschaffungsprozesse zurückzufallen.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

Swiss IT Magazine berichtete am 21. August 2026 über die Studienergebnisse des Beratungsunternehmens Carpathia; etailment.de ordnete die Zahlen zum KI-Einsatz im Schweizer B2B-Einkauf zusätzlich ein.