Kurzfassung
Grossunternehmen haben KI laut BDO bereits in ihre Wertschöpfung integriert: Adecco steigerte die Produktivität im Recruiting um 63 Prozent, ABB senkte die Kosten in bestimmten Bereichen um bis zu 35 Prozent.
- Grossunternehmen haben KI laut BDO bereits in ihre Wertschöpfung integriert: Adecco steigerte die Produktivität im Recruiting um 63 Prozent, ABB senkte die Kosten in bestimmten Bereichen um bis zu 35 Prozent.
- Viele Schweizer KMU bleiben dagegen bei einzelnen Anwendungen oder im Pilotstadium stecken, weil ihnen Personal, Budget, saubere Datengrundlagen und Zeit für systematisches Testen fehlen.
- Die Studie beruht auf einer Auswertung nationaler und internationaler Untersuchungen im «Point of View – AI-Toolkit: Switzerland Snapshot» von BDO Schweiz.
Was ist passiert?
BDO Schweiz hat in seinem «Point of View – AI-Toolkit: Switzerland Snapshot» nationale und internationale Studien zur KI-Nutzung von Unternehmen ausgewertet und kommt zu einem klaren Befund: Die Kluft zwischen Grossunternehmen und KMU beim Einsatz künstlicher Intelligenz wächst. Während grosse Konzerne KI bereits tief in ihre Wertschöpfungskette integriert haben, bleiben viele kleine und mittlere Unternehmen bei einzelnen, isolierten Anwendungen stehen.
Als Beispiele nennt die Auswertung den Personaldienstleister Adecco, der die Produktivität im Recruiting um 63 Prozent steigern konnte, sowie den Industriekonzern ABB, der in bestimmten Bereichen Kosteneinsparungen von bis zu 35 Prozent erzielte. Solche Grössenordnungen erreichen KMU laut BDO in der Regel nicht – ihnen fehlen die personellen und finanziellen Ressourcen, um KI-Kompetenzen im grossen Stil aufzubauen, oft auch eine ausreichend hochwertige Datengrundlage und schlicht die Zeit, neue Lösungen systematisch zu testen.
Warum ist das wichtig?
Die Schweiz gehört bezüglich Dichte an KI-Fachkräften zu den führenden Ländern Europas, und Hochschulen, Forschungsinstitute und Technologiefirmen zählen in vielen Bereichen zur internationalen Spitze. Genau dieses Potenzial droht laut BDO ungenutzt zu bleiben, wenn es vor allem grossen Unternehmen vorbehalten bleibt, KI systematisch für Effizienz- und Kostenvorteile einzusetzen – während der KMU-geprägte Mittelstand, der einen Grossteil der Schweizer Wirtschaft ausmacht, den Anschluss verliert.
Als zusätzliche Hürde nennt BDO Unsicherheiten bei Datenschutzfragen und beim konkreten wirtschaftlichen Nutzen von KI-Projekten. Anders als Grossunternehmen, die sich Fehlversuche und längere Pilotphasen eher leisten können, brauchen KMU rasch sichtbare Resultate, um Investitionen in KI zu rechtfertigen – ein Umstand, der zurückhaltende Unternehmen zusätzlich bremst.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Für Schweizer KMU liefert die Studie eine klare Handlungsaufforderung: Statt auf die grosse, unternehmensweite KI-Strategie zu warten, lohnt sich der Start mit klar abgegrenzten, schnell messbaren Pilotprojekten – etwa in der Kundenkommunikation, der Buchhaltung oder der Angebotserstellung – bei denen sich Nutzen und Aufwand rasch beurteilen lassen.
Wichtig ist zudem, Datenschutzfragen von Anfang an zu klären statt sie als Blockade zu behandeln: Ein einfaches internes Merkblatt zu erlaubten Anwendungen und Datenkategorien schafft oft schon genug Sicherheit, um erste Projekte zu starten. Wer als KMU eng mit Branchenverbänden, Fachhochschulen oder spezialisierten Beratungsfirmen zusammenarbeitet, kann ausserdem einen Teil der fehlenden internen Ressourcen kompensieren, ohne gleich ein eigenes KI-Team aufzubauen.
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu BDO-Studie: Die KI-Kluft zwischen Grossunternehmen und KMU wächst?
Grossunternehmen haben KI laut BDO bereits in ihre Wertschöpfung integriert: Adecco steigerte die Produktivität im Recruiting um 63 Prozent, ABB senkte die Kosten in bestimmten Bereichen um bis zu 35 Prozent.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Die Schweiz zählt zu den Ländern mit der höchsten Dichte an KI-Fachkräften Europas – trotzdem droht die Wertschöpfung aus KI ungleich zwischen grossen und kleinen Unternehmen verteilt zu werden, was langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des KMU-geprägten Wirtschaftsstandorts belasten könnte.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
BDO Schweiz veröffentlicht in seinem «Point of View – AI-Toolkit: Switzerland Snapshot» eine Auswertung nationaler und internationaler Studien zur wachsenden KI-Kluft zwischen Gross- und Kleinunternehmen.