In Kürze
- Für die gemeinsame Studie von Hochschule Luzern (HSLU) und dem Zürcher Wealthtech-Unternehmen Finup wurden zwischen April und Juni 2026 41 unabhängige Schweizer Vermögensverwalterinnen und Vermögensverwalter befragt, ergänzt durch neun vertiefende Videointerviews.
- 49 Prozent der Befragten setzen KI bereits in ausgewählten Prozessen ein, weitere 39 Prozent befinden sich in der Erkundungs- oder Planungsphase – zusammen befassen sich damit fast neun von zehn befragten Firmen aktiv mit dem Thema, ohne dass eine breite produktive Nutzung bereits die Regel wäre.
- Als grösste Hürde nennen die Befragten nicht die Technologie selbst, sondern die eigene Datenbasis: Nur gut ein Viertel hält die eigenen Daten für ausreichend strukturiert und qualitativ hochwertig für einen umfassenden KI-Einsatz, und 85 Prozent nennen Datenschutz- und Vertraulichkeitsfragen als grösste Hürde.
Was ist passiert?
Die Hochschule Luzern (HSLU) hat gemeinsam mit dem Zürcher Wealthtech-Unternehmen Finup eine Studie zum KI-Einsatz bei unabhängigen Schweizer Vermögensverwaltern durchgeführt und die Ergebnisse am 5. August 2026 über finews.ch veröffentlicht. Zwischen April und Juni 2026 wurden dafür 41 unabhängige Vermögensverwalterinnen und Vermögensverwalter (UVV) befragt, ergänzt durch neun vertiefende Videointerviews mit ausgewählten Teilnehmenden. Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild der Branche: 49 Prozent der Befragten setzen KI bereits in ausgewählten Geschäftsprozessen ein, weitere 39 Prozent befinden sich in der Erkundungs- oder Planungsphase. Eine breite, produktive Nutzung über einzelne Prozesse hinaus ist damit aber noch nicht die Regel – die Studie ordnet den aktuellen Stand deshalb treffend als «Experiment» ein.
Als grösste Hürde für einen umfassenderen KI-Einsatz nennen die befragten Firmen nicht die Verfügbarkeit oder Kosten der Technologie selbst, sondern die eigene Datenbasis: Nur gut ein Viertel der Befragten hält die eigenen Kunden- und Portfoliodaten für ausreichend strukturiert und qualitativ hochwertig, um KI-Werkzeuge umfassend einzusetzen. Zusätzlich nennen 85 Prozent der Befragten Fragen des Datenschutzes und der Vertraulichkeit als zentrale Hürde – ein für die Vermögensverwaltung naheliegender Befund, da die Branche mit besonders sensiblen Finanzdaten von Kundinnen und Kunden arbeitet.
Warum ist das wichtig?
Die Studie liefert damit eine differenzierte Gegenposition zu vielen pauschalen Aussagen über eine angeblich zögerliche KI-Adoption im Finanzsektor: Fast neun von zehn befragten Firmen befassen sich bereits aktiv mit dem Thema, das Tempo der breiten produktiven Nutzung wird jedoch weniger durch fehlenden Willen als durch strukturelle Faktoren gebremst. Besonders der Befund zur Datenqualität dürfte für viele kleinere Finanzdienstleister verallgemeinerbar sein: KI-Werkzeuge liefern nur dann verlässliche Ergebnisse, wenn die zugrunde liegenden Kunden-, Portfolio- und Transaktionsdaten sauber strukturiert und aktuell gepflegt sind – eine Voraussetzung, die viele kleinere Firmen historisch gewachsener IT-Landschaften erst noch schaffen müssen.
Für die Branche der unabhängigen Vermögensverwalter kommt die Studie zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt: Seit der Unterstellung unter die FINIG-Aufsicht der FINMA sehen sich viele kleinere Firmen ohnehin bereits mit erhöhtem regulatorischem und Kostendruck konfrontiert. Wer nun zusätzlich in eine solide Datenbasis investiert, schafft nicht nur die Voraussetzung für einen späteren KI-Einsatz, sondern verbessert damit auch bereits heute Reporting, Compliance und Kundenberatung. Die Autorinnen und Autoren der Studie sehen in gebündelten, branchenweiten Lösungsansätzen – etwa über Verbände oder gemeinsame Dateninfrastrukturen – eine Möglichkeit, die identifizierte Lücke zwischen technologischem Interesse und tatsächlicher Umsetzung zu schliessen.
Was bedeutet das für die Schweiz?
- Die befragten unabhängigen Vermögensverwalter (UVV) unterstehen seit dem Finanzinstitutsgesetz (FINIG) der FINMA-Aufsicht; die von 85 Prozent der Befragten genannten Datenschutz- und Vertraulichkeitsbedenken zeigen, dass die Einhaltung des Datenschutzgesetzes (DSG) bei der Verarbeitung von Kundendaten durch KI-Systeme für diese Firmen keine theoretische, sondern eine im Alltag spürbare Hürde ist.
- Für die rund 400 unabhängigen Vermögensverwaltungsfirmen der Schweiz, die überwiegend als Kleinunternehmen organisiert sind, liefert die Studie eine klare Priorität: Vor der Anschaffung von KI-Werkzeugen lohnt sich zunächst die Investition in strukturierte, saubere Kundendaten – nur gut ein Viertel der Befragten hält die eigene Datenbasis dafür bereits für ausreichend.
- Der grosse Anteil an Firmen in der Erkundungsphase zeigt zudem eine Lücke gegenüber grösseren Schweizer Banken, die KI bereits breiter produktiv einsetzen; Branchenverbände wie der Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VSV) könnten mit gebündelten Weiterbildungs- und Datenaufbereitungsangeboten helfen, diese Lücke für kleinere Firmen zu schliessen.
Verwendete Quellen
finews.ch veröffentlichte den Bericht «Umfrage: KI bleibt bei Vermögensverwaltern vorerst ein Experiment» am 5. August 2026; investrends.ch ordnete die zugrunde liegende HSLU-Finup-Studie am selben Tag zusätzlich ein.
- finews.ch finews.ch Originaldatum nicht erfasst
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu Studie zu unabhängigen Schweizer Vermögensverwaltern: KI bleibt vorerst ein Experiment – die Datenbasis bremst?
Für die gemeinsame Studie von Hochschule Luzern (HSLU) und dem Zürcher Wealthtech-Unternehmen Finup wurden zwischen April und Juni 2026 41 unabhängige Schweizer Vermögensverwalterinnen und Vermögensverwalter befragt, ergänzt durch neun vertiefende Videointerviews.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Die befragten unabhängigen Vermögensverwalter (UVV) unterstehen seit dem Finanzinstitutsgesetz (FINIG) der FINMA-Aufsicht; die von 85 Prozent der Befragten genannten Datenschutz- und Vertraulichkeitsbedenken zeigen, dass die Einhaltung des Datenschutzgesetzes (DSG) bei der Verarbeitung von Kundendaten durch KI-Systeme für diese Firmen keine theoretische, sondern eine im Alltag spürbare Hürde ist.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
finews.ch veröffentlichte den Bericht «Umfrage: KI bleibt bei Vermögensverwaltern vorerst ein Experiment» am 5. August 2026; investrends.ch ordnete die zugrunde liegende HSLU-Finup-Studie am selben Tag zusätzlich ein.