Kurzfassung

Monday.com teilte am 22. Juli 2026 in einer SEC-Meldung mit, rund 630 Stellen – etwa ein Fünftel der weltweit rund 3000 Mitarbeitenden, davon rund 350 am Hauptsitz in Tel Aviv – zu streichen; die Firma begründet dies mit einem Umbau vom klassischen Lizenzmodell hin zu einer Plattform, auf der Mensch und KI-Agenten gemeinsam Aufgaben erledigen.

  • Monday.com teilte am 22. Juli 2026 in einer SEC-Meldung mit, rund 630 Stellen – etwa ein Fünftel der weltweit rund 3000 Mitarbeitenden, davon rund 350 am Hauptsitz in Tel Aviv – zu streichen; die Firma begründet dies mit einem Umbau vom klassischen Lizenzmodell hin zu einer Plattform, auf der Mensch und KI-Agenten gemeinsam Aufgaben erledigen.
  • Laut der am 25. Juli 2026 veröffentlichten TechCrunch-Übersicht ist Monday.com bereits die 21. grosse Technologiefirma, die 2026 KI explizit als Grund für einen Stellenabbau nennt – darunter Microsoft (rund 4800 Stellen, vor allem im Xbox-Bereich), Oracle (rund 21'000 Stellen binnen 12 Monaten) und Intuit (rund 3000 Stellen, 17% der Belegschaft).
  • Monday.com rechnet mit Restrukturierungskosten von 45 bis 55 Millionen Dollar und kündigte Abfindungen, vorzeitig ausbezahlte Aktienoptionen, weiterlaufende Krankenversicherung sowie persönliche Vermittlungsbemühungen der Co-CEOs bei anderen Tech-Firmen für die betroffenen Mitarbeitenden an.

Was ist passiert?

Monday.com hat am 22. Juli 2026 in einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC mitgeteilt, rund 630 Stellen zu streichen – etwa ein Fünftel der weltweit rund 3000 Mitarbeitenden. Rund 350 der betroffenen Stellen befinden sich am Hauptsitz in Tel Aviv, was den Abbau zu einem der grössten bei einem israelischen Technologieunternehmen im laufenden Jahr macht. Die Co-Geschäftsführer Roy Mann und Eran Zinman begründeten den Schritt damit, dass sich die «Kernvision» des Unternehmens in den vergangenen neun Monaten gewandelt habe: weg von der reinen Verwaltung von Arbeit, hin zu einer Plattform, auf der Menschen und KI-Agenten gemeinsam Aufgaben tatsächlich erledigen. Sie bezeichneten die Entscheidung als «schmerzhafteste» seit der Firmengründung, zugleich aber als notwendig.

Monday.com reiht sich damit laut einer am 25. Juli 2026 veröffentlichten TechCrunch-Übersicht als 21. grosse Technologiefirma in eine Liste von Unternehmen ein, die 2026 Künstliche Intelligenz explizit als Grund für einen Stellenabbau angeben. Zu den zuvor gelisteten Firmen zählen etwa Microsoft mit rund 4800 gestrichenen Stellen vor allem im Xbox-Bereich, Oracle mit einem Abbau von rund 21'000 Stellen binnen zwölf Monaten (13% der Belegschaft), Intuit mit rund 3000 gestrichenen Stellen (17%) sowie GitLab mit rund 350 Stellen (14%), um Investitionen in KI-Infrastruktur zu finanzieren. Monday.com rechnet mit einmaligen Restrukturierungskosten von 45 bis 55 Millionen Dollar, die grösstenteils in der zweiten Jahreshälfte 2026 anfallen sollen.

Warum ist das wichtig?

Die TechCrunch-Liste macht sichtbar, wie stark sich «KI» innerhalb weniger Monate von einer vagen Zukunftsvision zu einer konkreten, öffentlich kommunizierten Begründung für Personalabbau entwickelt hat. Wo Unternehmen früher pauschal von «Effizienzsteigerung» oder «Marktbedingungen» sprachen, verweisen Führungskräfte heute gezielt auf KI-Agenten, die bestimmte Aufgaben künftig übernehmen sollen. Das verändert auch die öffentliche Wahrnehmung: KI wird zunehmend nicht nur als Werkzeug für einzelne Mitarbeitende, sondern als strategischer Ersatz für ganze Teams positioniert.

Kritische Stimmen weisen allerdings darauf hin, dass die KI-Begründung nicht in jedem Fall die tatsächlichen Ursachen vollständig erklärt: Bei mehreren gelisteten Firmen, darunter auch Monday.com, fallen Stellenabbau und schwächeres Umsatzwachstum oder sinkende Aktienkurse zeitlich zusammen, sodass sich klassische Kostensenkung und echter KI-bedingter Strukturwandel in der öffentlichen Kommunikation nur schwer trennen lassen. Für Beobachterinnen und Beobachter des Arbeitsmarkts wird die TechCrunch-Liste dadurch zu einem wichtigen Indikator dafür, wie verbreitet und wie belastbar die Erzählung vom «KI-Stellenabbau» tatsächlich ist.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Monday.com gehört auch bei Schweizer KMU zu den häufig genutzten Werkzeugen für Projekt- und Arbeitsmanagement. Ein grundlegender Umbau des Anbieters hin zu einer KI-Agenten-Plattform dürfte deshalb mittelfristig auch hiesige Kundinnen und Kunden betreffen – sei es durch veränderte Preismodelle, neue Pflichtfunktionen rund um KI-Agenten oder eine andere Ausrichtung des Supports. Schweizer Unternehmen, die stark auf einzelne ausländische Software-Anbieter setzen, tun gut daran, solche strategischen Kurswechsel frühzeitig zu beobachten, statt erst bei der nächsten Preiserhöhung oder Funktionsumstellung darauf zu reagieren.

Im Vergleich zum internationalen Trend zeigt sich die Schweiz bislang zurückhaltender: Die KMU-Arbeitsmarktstudie 2026 von Axa Schweiz und dem Forschungsinstitut Sotomo kommt zum Schluss, dass nur rund 12% der befragten Schweizer KMU wegen KI mit Stellenabbau rechnen, während fast drei Viertel KI-Anwendungen bereits nutzen oder testen. Unabhängig von dieser unterschiedlichen Ausgangslage gilt für Schweizer Arbeitgeber rechtlich dasselbe wie für jeden anderen Abbaugrund: Werden innert 30 Tagen mehr als eine gesetzlich definierte Mindestzahl von Arbeitsverhältnissen aufgelöst, greifen die Regeln der Massenentlassung nach Art. 335d ff. OR – mit Konsultationspflicht der Arbeitnehmervertretung und Meldepflicht an das kantonale Arbeitsamt. Eine KI-Strategie als Begründung befreit nicht von diesen Verfahrensschritten.

Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu Monday.com streicht 630 Stellen für KI-Umbau – TechCrunch zählt bereits 21 Tech-Firmen mit gleicher Begründung?

Monday.com teilte am 22. Juli 2026 in einer SEC-Meldung mit, rund 630 Stellen – etwa ein Fünftel der weltweit rund 3000 Mitarbeitenden, davon rund 350 am Hauptsitz in Tel Aviv – zu streichen; die Firma begründet dies mit einem Umbau vom klassischen Lizenzmodell hin zu einer Plattform, auf der Mensch und KI-Agenten gemeinsam Aufgaben erledigen.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Monday.com zählt auch in der Schweiz zu den verbreiteten Projekt- und Arbeitsmanagement-Plattformen bei KMU; ein Umbau des Anbieters hin zu einem KI-Agenten-Modell dürfte mittelfristig auch hiesige Kundschaft betreffen – etwa durch neue Preismodelle oder veränderte Funktionsumfänge bestehender Abonnemente.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

TechCrunch veröffentlichte am 25. Juli 2026 eine laufend aktualisierte Übersicht über grosse Tech-Stellenabbauten 2026, bei denen Arbeitgeber KI als Grund nannten; Angaben zu Monday.com stammen zusätzlich aus dessen SEC-Meldung vom 22. Juli 2026 sowie Berichten von Globes und Haaretz.