In Kürze
- Laut einer neuen Untersuchung von MSM Research bewerten Schweizer ICT-Verantwortliche die Beschaffung von Cloud- und KI-Diensten zunehmend nach den «vier Säulen der Souveränität»: Daten, Technologie, Betrieb und Recht.
- Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen verlangt als wichtigstes Kriterium die Kontrolle über die eigenen Daten und den garantierten technischen Ausschluss von Drittzugriffen; technische Schutzmechanismen wie granulare Verschlüsselung und Bring-your-own-Key-Modelle wiegen in der Praxis stärker als der reine Serverstandort.
- Für rund jeden fünften ICT-Entscheidungsträger steht der rechtliche Schutz im Vordergrund – etwa der garantierte Ausschluss extraterritorialen Zugriffs wie durch den US Cloud Act; laut der Studie verschärft der zunehmende Einsatz von KI diese Souveränitätsfrage zusätzlich, weil Unternehmen damit langjährige Festlegungen zu Datenflüssen, Modellzugriff und Infrastrukturabhängigkeiten treffen.
Was ist passiert?
Eine neue Analyse von Philipp Ziegler vom Marktforschungsunternehmen MSM Research, veröffentlicht am 19. Juli 2026 in der Netzwoche, untersucht, wie stark digitale Souveränität die Beschaffung von ICT- und KI-Diensten in Schweizer Unternehmen inzwischen prägt. Hintergrund sind zunehmende geopolitische Spannungen, Cybersicherheitsrisiken, Instabilitäten in Lieferketten und eine schärfere regulatorische Gangart, die Unternehmen dazu zwingen, ihre digitale Infrastruktur neu zu bewerten.
Die Untersuchung gliedert Souveränität in vier Bereiche – Daten, Technologie, Betrieb und Recht – und zeigt, wie Schweizer ICT-Entscheidungsträger diese im Beschaffungsalltag gewichten. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen nennt die Kontrolle über die eigenen Daten und den garantierten technischen Ausschluss von Drittzugriffen als wichtigstes Kriterium.
Warum ist das wichtig?
Bemerkenswert ist, dass technische Schutzmechanismen – etwa granulare Verschlüsselung oder Bring-your-own-Key-Modelle, bei denen Unternehmen die Kontrolle über die eigenen Verschlüsselungsschlüssel behalten – in der Praxis stärker gewichtet werden als der reine geografische Serverstandort. Das widerspricht einer verbreiteten Vereinfachung, wonach «Daten in der Schweiz» automatisch Souveränität bedeute.
Für rund jeden fünften befragten ICT-Entscheidungsträger steht zudem der rechtliche Schutz im Vordergrund: der garantierte Ausschluss extraterritorialen Zugriffs, wie ihn etwa der US Cloud Act theoretisch ermöglicht, unabhängig davon, wo die Daten physisch liegen. Laut der Studie verschärft der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz diese Souveränitätsfrage zusätzlich, weil Unternehmen mit der Wahl eines KI-Anbieters langjährige, schwer revidierbare Festlegungen zu Datenflüssen, Modellzugriff und Infrastrukturabhängigkeiten treffen.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.
- Für Schweizer Unternehmen, die KI-Dienste beschaffen, liefert die Studie ein konkretes Prüfraster: Statt sich allein auf den Serverstandort zu verlassen, sollten Beschaffungsentscheide gezielt technische Kontrollmechanismen wie Bring-your-own-Key und vertragliche Ausschlüsse extraterritorialen Zugriffs berücksichtigen.
- Der Befund erklärt auch, warum Schweizer Anbieter wie das ETH/EPFL-Modell Apertus oder europäische Alternativen zunehmend an Bedeutung gewinnen: Sie erlauben es Unternehmen, die «vier Säulen der Souveränität» leichter zu erfüllen als bei rein US-amerikanischen Cloud- und KI-Diensten.
- Für Schweizer Behörden und regulierte Branchen wie Banken und Versicherungen, die ohnehin strengen DSG-Vorgaben unterliegen, liefert die Studie zusätzliche Argumente dafür, Souveränitätskriterien fest in Beschaffungsrichtlinien für KI-Dienste zu verankern, statt sie erst nachträglich bei Sicherheitsvorfällen zu berücksichtigen.
Verwendete Quellen
Netzwoche veröffentlicht am 19. Juli 2026 die Analyse von Philipp Ziegler (MSM Research) zum Einfluss digitaler Souveränität auf die Schweizer ICT-Beschaffung, basierend auf einer Befragung Schweizer ICT-Entscheidungsträger.
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- Netzwoche Netzwoche Originaldatum nicht erfasst Rolle: Ausgangsquelle · Zugriff: technisch erreichbar · Abruf am 9. September 2026
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu Studie: Digitale Souveränität wird zum entscheidenden Kriterium bei Schweizer ICT- und KI-Beschaffung?
Laut einer neuen Untersuchung von MSM Research bewerten Schweizer ICT-Verantwortliche die Beschaffung von Cloud- und KI-Diensten zunehmend nach den «vier Säulen der Souveränität»: Daten, Technologie, Betrieb und Recht.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Für Schweizer Unternehmen, die KI-Dienste beschaffen, liefert die Studie ein konkretes Prüfraster: Statt sich allein auf den Serverstandort zu verlassen, sollten Beschaffungsentscheide gezielt technische Kontrollmechanismen wie Bring-your-own-Key und vertragliche Ausschlüsse extraterritorialen Zugriffs berücksichtigen.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
Netzwoche veröffentlicht am 19. Juli 2026 die Analyse von Philipp Ziegler (MSM Research) zum Einfluss digitaler Souveränität auf die Schweizer ICT-Beschaffung, basierend auf einer Befragung Schweizer ICT-Entscheidungsträger.