In Kürze

  • Seit Anfang Juli 2026 testet Swisscom in den Filialen Bern Spitalgasse, Aarau und Lausanne ein KI-System, das per Deckensensoren die Laufwege der Kundschaft erfasst und zeigt, vor welchen Produkten sie stehen bleibt.
  • Zusätzlich können Verkaufsgespräche per Mikrofon aufgezeichnet und von einer KI analysiert werden – allerdings nur mit ausdrücklicher Einwilligung; wer nicht teilnehmen will, kann in einen nicht überwachten Filialbereich ausweichen.
  • Der zwei- bis dreimonatige Test soll bei Erfolg bis Ende Jahr auf 15 Filialen in der ganzen Schweiz ausgeweitet werden; Gespräche werden laut Swisscom sofort in Text umgewandelt, die Audiodaten gelöscht und nur anonymisierte Informationen ausgewertet.

Was ist passiert?

Seit Anfang Juli 2026 setzt Swisscom in der Filiale an der Spitalgasse 14 in Bern sowie in einzelnen Filialen in Aarau und Lausanne ein KI-gestütztes Analysesystem ein. Deckenmontierte Bewegungssensoren erfassen, wohin sich Kundinnen und Kunden im Laden bewegen und vor welchen Produkten sie stehen bleiben. Ergänzend können Verkaufsgespräche per Mikrofon aufgezeichnet und von einer KI ausgewertet werden.

Swisscom betont, dass die Aufzeichnung nur mit ausdrücklicher Einwilligung erfolgt: Wer das nicht möchte, kann sich in einen Bereich der Filiale begeben, in dem keine Aufnahmen stattfinden, und wird vom Personal vor dem Gespräch informiert. Der Test läuft zunächst zwei bis drei Monate; bei Erfolg will das grösste Telekomunternehmen der Schweiz bis Ende Jahr 15 Filialen landesweit ausrüsten.

Warum ist das wichtig?

Der Testlauf zeigt exemplarisch, wie Detailhändler künftig physische Verkaufsflächen mit KI-Analytik ähnlich auswerten wollen, wie es im Online-Handel längst Standard ist – inklusive der damit verbundenen Datenschutzfragen. Laut Swisscom werden Gespräche sofort in Text umgewandelt und die Audiodaten anschliessend gelöscht; ausgewertet würden nur anonymisierte Informationen, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich seien.

Brisant ist der Zeitpunkt: Erst im Juni hatte Swisscom nach wochenlanger öffentlicher Kritik an seinem KI-Hotline-Bot «Sam» eingeräumt, die KI ursprünglich für zu viele Anwendungsfälle ohne Rückfallebene auf Menschen eingesetzt zu haben, und nachgebessert. Der neue Filialtest mit Sensoren und Mikrofonen dürfte die ohnehin erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit für Swisscoms KI-Strategie weiter verstärken.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.

  • Der Test ist ein konkreter Anwendungsfall für die Vereinbarkeit von KI-Kundenanalyse mit dem revidierten Datenschutzgesetz (revDSG): Einwilligung, Datenminimierung und Anonymisierung stehen im Zentrum – ein Massstab, an dem sich auch andere Schweizer Detailhändler orientieren dürften.
  • Für Swisscom selbst ist der Zeitpunkt heikel: Erst im Juni hatte der Konzern nach anhaltender Kritik an seinem KI-Hotline-Bot «Sam» Fehler eingeräumt und nachgebessert, damit Kundinnen und Kunden direkter mit Menschen sprechen können – der neue Filialtest dürfte die Sensibilität der Öffentlichkeit für Swisscoms KI-Einsatz zusätzlich erhöhen.
  • Für Schweizer KMU im stationären Handel liefert der Test einen Vorgeschmack darauf, wie datenschutzkonforme KI-Analytik im Laden aussehen könnte – aber auch darauf, wie schnell Transparenzfragen zum öffentlichen Thema werden, wenn Sensorik und Mikrofone im Spiel sind.

Verwendete Quellen

SRF berichtet über den Pilotversuch von Swisscom, in ausgewählten Filialen Kundenbewegungen und -gespräche mittels KI auszuwerten; 20 Minuten und das IT-Magazin ordnen den Test im Kontext der früheren Kritik am Chatbot «Sam» ein.

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  • SRF SRF Originaldatum nicht erfasst Rolle: Ausgangsquelle · Zugriff: technisch erreichbar · Abruf am 9. September 2026

Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu Swisscom testet KI-gestützte Kundenanalyse in Filialen – mit Sensoren und Mikrofonen?

Seit Anfang Juli 2026 testet Swisscom in den Filialen Bern Spitalgasse, Aarau und Lausanne ein KI-System, das per Deckensensoren die Laufwege der Kundschaft erfasst und zeigt, vor welchen Produkten sie stehen bleibt.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Der Test ist ein konkreter Anwendungsfall für die Vereinbarkeit von KI-Kundenanalyse mit dem revidierten Datenschutzgesetz (revDSG): Einwilligung, Datenminimierung und Anonymisierung stehen im Zentrum – ein Massstab, an dem sich auch andere Schweizer Detailhändler orientieren dürften.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

SRF berichtet über den Pilotversuch von Swisscom, in ausgewählten Filialen Kundenbewegungen und -gespräche mittels KI auszuwerten; 20 Minuten und das IT-Magazin ordnen den Test im Kontext der früheren Kritik am Chatbot «Sam» ein.