In Kürze

  • Der IT-Dienstleister Kyndryl hat zusammen mit der Zürcher Transaktionsbank Incore Bank und Google Cloud Ende August 2026 einen Cloud-basierten Proof of Concept abgeschlossen, der die Know-your-Customer-Prüfung (KYC) beim Kunden-Onboarding mit agentenbasierter KI automatisiert; die Ergebnisse wurden am 1. September 2026 öffentlich bestätigt.
  • Die Lösung kombiniert Kyndryls Agentic-AI-Framework mit Googles Gemini-Modellen sowie einer semantischen Schicht aus Policy-as-Code und Guardrail-Agenten: Einzelne Agenten extrahieren und prüfen Kundendaten, sammeln Belege, identifizieren Risikofaktoren und erstellen einen erklärbaren, für Compliance-Mitarbeitende nachvollziehbaren Risiko-Score.
  • Im Test erreichte die automatisierte Datenextraktion aus Onboarding-Dokumenten bis zu 99 Prozent Genauigkeit; nach Angaben der Projektpartner liesse sich damit ein Onboarding-Prozess, der bislang mehrere Monate dauern kann, auf wenige Tage verkürzen – bei durchgehend nachvollziehbarer und menschlich kontrollierter Entscheidungsfindung.

Was ist passiert?

Der IT-Dienstleister Kyndryl hat gemeinsam mit der Zürcher Transaktionsbank Incore Bank und Google Cloud Ende August 2026 einen Cloud-basierten Proof of Concept abgeschlossen und die Ergebnisse am 1. September 2026 öffentlich gemacht. Ziel des Projekts war es zu zeigen, wie agentenbasierte künstliche Intelligenz die Know-your-Customer-Prüfung (KYC) beim Kunden-Onboarding effizienter, nachvollziehbarer und auditierbar gestalten kann, ohne die menschliche Kontrolle über kritische Entscheidungen aufzugeben. Incore Bank ist eine auf traditionelle und digitale Vermögenswerte spezialisierte B2B-Bank, die zur Incore Group gehört und Finanz- sowie ICT-Dienstleistungen für unabhängige Vermögensverwalterinnen und -verwalter, Finanzintermediäre und Unternehmen anbietet.

Technisch kombiniert die Lösung Kyndryls Agentic-AI-Framework mit Googles Gemini-Modellen und deren agentenbasierten Funktionen, ergänzt um eine semantische Schicht mit Kyndryls Policy-as-Code-Funktion und sogenannten Guardrail-Agenten. Die Arbeit wird dabei auf mehrere spezialisierte Agenten aufgeteilt: Einige extrahieren und prüfen Kundeninformationen aus Dokumenten, andere sammeln Belege, wieder andere identifizieren Risikofaktoren, und ein weiterer Agent erstellt einen erklärbaren Risiko-Score samt Protokoll, das Compliance-Mitarbeitende im Nachhinein einsehen und nachvollziehen können. Im Test erreichte die automatisierte Datenextraktion aus Onboarding-Dokumenten laut den Projektpartnern bis zu 99 Prozent Genauigkeit.

Warum ist das wichtig?

Die Know-your-Customer-Prüfung gilt in der Finanzbranche seit Langem als einer der aufwendigsten und zugleich am stärksten regulierten Schritte im Kunden-Onboarding: Banken müssen Identität, Herkunft der Vermögenswerte und Risikoprofil jeder Kundin und jedes Kunden sorgfältig dokumentieren, bevor eine Geschäftsbeziehung beginnen darf. Nach Angaben der Projektpartner kann dieser Prozess bislang mehrere Monate dauern – mit entsprechenden Kosten und Wartezeiten für alle Beteiligten. Die im Proof of Concept gezeigte Automatisierung verspricht, diesen Prozess auf wenige Tage zu verkürzen, ohne auf die menschliche Prüfung kritischer Entscheidungen zu verzichten: Die KI-Agenten bereiten Informationen auf und bewerten Risiken vor, die endgültige Entscheidung bleibt aber bei den Compliance-Verantwortlichen.

Bemerkenswert ist zudem der gewählte Multi-Agenten-Ansatz: Statt eines einzelnen KI-Systems, das den gesamten KYC-Prozess in einem Schritt bearbeitet, teilen mehrere spezialisierte Agenten die Arbeit unter sich auf und erzeugen dabei ein durchgehendes, für Aufsichtsbehörden und interne Revision nachvollziehbares Protokoll. Dieser Ansatz adressiert eine zentrale Sorge beim KI-Einsatz in regulierten Branchen: dass automatisierte Entscheidungen als «Blackbox» erscheinen und im Streit- oder Prüffall nicht mehr nachvollzogen werden können.

Was bedeutet das für die Schweiz?

  • Mit der Zürcher Incore Bank, einer auf traditionelle und digitale Vermögenswerte spezialisierten B2B-Bank für unabhängige Vermögensverwalterinnen und -verwalter sowie Finanzintermediäre, zeigt ein Schweizer Institut konkret, wie agentenbasierte KI regulatorisch anspruchsvolle Kernprozesse wie die Geldwäschereiprüfung verändern kann.
  • Für die zahlreichen unabhängigen Vermögensverwalter und kleineren Finanzintermediäre in der Schweiz, die Incore Bank als B2B-Partnerin bedient, könnte eine deutlich schnellere und günstigere KYC-Prüfung den Zugang zu neuen Kundinnen und Kunden erleichtern, ohne die Sorgfaltspflichten nach dem Geldwäschereigesetz zu lockern.
  • Weil die Lösung sensible Kundendaten über Google-Cloud-Infrastruktur und US-Grossmodelle verarbeitet, wirft sie zugleich Fragen zu Datenstandort und revDSG-Konformität auf, die Schweizer Banken und ihre Compliance-Abteilungen bei einer Skalierung über den Pilotbetrieb hinaus sorgfältig klären müssen.

Verwendete Quellen

Moneycab berichtete am 1. September 2026 über den Abschluss des Proof of Concept; ad-hoc-news.de und PYMNTS ordneten Kennzahlen und Funktionsweise zusätzlich ein.

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Häufige Fragen

Was ist die Kernaussage zu Zürcher Incore Bank testet mit Kyndryl und Google Cloud agentenbasierte KI fürs Kunden-Onboarding?

Der IT-Dienstleister Kyndryl hat zusammen mit der Zürcher Transaktionsbank Incore Bank und Google Cloud Ende August 2026 einen Cloud-basierten Proof of Concept abgeschlossen, der die Know-your-Customer-Prüfung (KYC) beim Kunden-Onboarding mit agentenbasierter KI automatisiert; die Ergebnisse wurden am 1. September 2026 öffentlich bestätigt.

Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?

Mit der Zürcher Incore Bank, einer auf traditionelle und digitale Vermögenswerte spezialisierten B2B-Bank für unabhängige Vermögensverwalterinnen und -verwalter sowie Finanzintermediäre, zeigt ein Schweizer Institut konkret, wie agentenbasierte KI regulatorisch anspruchsvolle Kernprozesse wie die Geldwäschereiprüfung verändern kann.

Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?

Moneycab berichtete am 1. September 2026 über den Abschluss des Proof of Concept; ad-hoc-news.de und PYMNTS ordneten Kennzahlen und Funktionsweise zusätzlich ein.