In Kürze
- Das im September 2026 veröffentlichte Zürcher Wirtschaftsmonitoring enthält eine von der ZHAW im Auftrag der kantonalen Volkswirtschaftsdirektion erstellte Modellrechnung, wonach künstliche Intelligenz das jährliche Produktivitätswachstum im Kanton Zürich über die nächsten zehn Jahre um zusätzlich 1,1 Prozentpunkte steigern könnte – gegenüber einem bisherigen langjährigen Schnitt von rund 0,5 Prozent pro Jahr entspräche das annähernd einer Verdoppelung.
- Besonders stark profitieren würden laut Modellrechnung wissensintensive Branchen wie Versicherungen, Banken, Finanzdienstleistungen, IT und Kommunikation, für die zusätzliche jährliche Produktivitätssteigerungen von 1,7 bis 1,8 Prozentpunkten ausgewiesen werden.
- Gleichzeitig zeigt das Monitoring eine Kehrseite auf dem Arbeitsmarkt: Zwischen Oktober 2022 und Juni 2026 stieg die Zahl der Stellensuchenden in Berufen mit hoher KI-Exposition um 118 Prozent, in Berufen mit mittlerer Exposition um 66 Prozent und in wenig exponierten Berufen um 13 Prozent – wobei die Gesamtbeschäftigung im Kanton weiter zunahm und offenbleibt, wie stark KI als alleinige Ursache dieser Verschiebung wirkt.
Was ist passiert?
Die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich hat im September 2026 ihr reguläres Wirtschaftsmonitoring veröffentlicht, das sich diesmal schwerpunktmässig den Effekten künstlicher Intelligenz auf Produktivität und Arbeitsmarkt widmet. Kernstück ist eine im Auftrag des Kantons von der ZHAW erstellte Modellrechnung, wonach KI das jährliche Produktivitätswachstum im Kanton Zürich über die kommenden zehn Jahre um zusätzlich 1,1 Prozentpunkte erhöhen könnte. Da die reale Arbeitsproduktivität in den vergangenen 25 Jahren im Schnitt lediglich um rund 0,5 Prozent pro Jahr gewachsen ist, würde dies einer annähernden Verdoppelung des bisherigen Wachstumstempos entsprechen, wie Netzwoche und der Tages-Anzeiger am 24. September 2026 berichteten.
Besonders deutlich fällt der prognostizierte Effekt laut Modellrechnung in wissensintensiven Branchen aus: Für Versicherungen, Banken, Finanzdienstleistungen, Informationstechnologie und Kommunikation weist die ZHAW-Berechnung zusätzliche jährliche Produktivitätssteigerungen von 1,7 bis 1,8 Prozentpunkten aus – deutlich mehr als im kantonalen Durchschnitt. Eine im Monitoring zitierte Unternehmensbefragung zeigt zudem, dass bereits 47 Prozent der Zürcher Unternehmen künstliche Intelligenz systematisch einsetzen, gegenüber 27 Prozent im Jahr 2024.
Warum ist das wichtig?
Das Wirtschaftsmonitoring zeigt neben dem Produktivitätspotenzial auch eine Kehrseite auf dem Arbeitsmarkt auf: Zwischen Oktober 2022 und Juni 2026 ist die Zahl der Stellensuchenden in Berufen mit hoher KI-Exposition um 118 Prozent gestiegen, in Berufen mit mittlerer Exposition um 66 Prozent und in wenig exponierten Berufen lediglich um 13 Prozent. Der Kanton selbst betont dabei ausdrücklich, dass offenbleibe, ob künstliche Intelligenz tatsächlich die Ursache dieser Entwicklung sei oder nur einer von mehreren zusammenwirkenden Faktoren – die Gesamtbeschäftigung im Kanton ist im selben Zeitraum weiter gestiegen.
Die Kombination aus deutlichem Produktivitätsversprechen und ungleich verteilten Arbeitsmarktrisiken macht das Zürcher Monitoring zu einem seltenen Beispiel einer öffentlichen Verwaltung, die beide Seiten der KI-Debatte mit konkreten, regional erhobenen Zahlen statt mit allgemeinen internationalen Studien unterlegt. Das erleichtert es Politik und Wirtschaft, über konkrete Massnahmen – etwa gezielte Weiterbildungsangebote für exponierte Berufsgruppen – zu diskutieren, statt sich auf abstrakte Szenarien zu stützen.
Was bedeutet das für Zürcher Unternehmen?
Für Zürcher Unternehmen, insbesondere KMU in den besonders stark profitierenden Branchen Finanzdienstleistungen, Versicherungen, IT und Kommunikation, liefert die Modellrechnung ein starkes ökonomisches Argument dafür, den produktiven Einsatz von KI voranzutreiben. Dass bereits 47 Prozent der Zürcher Firmen KI systematisch nutzen, zeigt zugleich, dass ein erheblicher Teil der Wirtschaft diesen Weg bereits eingeschlagen hat, während andere Unternehmen – insbesondere kleinere Betriebe ohne eigene IT-Abteilung – Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren.
Als wirtschaftsstärkster Kanton der Schweiz mit hoher Dichte an Finanz- und Dienstleistungsunternehmen dürfte Zürich mit dieser datengestützten Einordnung auch für andere Kantone und Branchenverbände zur Referenz werden, wenn es um die Einschätzung eigener KI-bedingter Produktivitäts- und Beschäftigungseffekte geht. Gleichzeitig unterstreicht der deutliche Anstieg der Stellensuchenden in KI-exponierten Berufen, dass der wirtschaftliche Nutzen von KI ohne begleitende Weiterbildungsangebote ungleich verteilt bleiben dürfte.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.
- Für Zürcher KMU, insbesondere in den stark betroffenen Branchen Finanzdienstleistungen, Versicherungen, IT und Kommunikation, liefert die Modellrechnung ein starkes ökonomisches Argument dafür, in den produktiven Einsatz von KI zu investieren – gleichzeitig zeigt eine begleitende Unternehmensbefragung, dass bereits 47 Prozent der Zürcher Firmen KI systematisch einsetzen, gegenüber 27 Prozent im Jahr 2024.
- Die deutlich gestiegene Zahl an Stellensuchenden in KI-exponierten Berufen ist ein Weckruf für Schweizer Arbeitgeber und Berufsverbände, Weiterbildungsangebote gezielt auf jene Tätigkeitsfelder auszurichten, die durch generative KI am stärksten verändert werden, um Betroffene frühzeitig zu qualifizieren statt erst auf Stellenverluste zu reagieren.
- Als eines der wirtschaftsstärksten Kantone mit hoher Dichte an Finanz- und Dienstleistungsunternehmen nimmt Zürich mit dieser Modellrechnung eine Vorreiterrolle ein, die andere Kantone und Branchenverbände in der übrigen Schweiz bei der Einschätzung der eigenen KI-bedingten Produktivitäts- und Beschäftigungseffekte als Vergleichsgrösse heranziehen dürften.
Verwendete Quellen
Netzwoche berichtete am 24. September 2026 über das Zürcher Wirtschaftsmonitoring; die Medienmitteilung der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich sowie eine Einordnung des Tages-Anzeigers lieferten zusätzliche Kennzahlen zu Produktivität und Arbeitsmarkt.
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- Netzwoche Kanton Zürich rechnet mit deutlichem Produktivitätswachstum durch KI Originaldatum nicht erfasst Rolle: Primärquelle · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 2. Oktober 2026
- Kanton Zürich (Medienmitteilung) Künstliche Intelligenz könnte das Produktivitätswachstum im Kanton Zürich verdoppeln Originaldatum nicht erfasst Rolle: Ausgangsquelle · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 2. Oktober 2026
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu Kanton Zürich rechnet durch KI mit einer Verdoppelung des Produktivitätswachstums?
Das im September 2026 veröffentlichte Zürcher Wirtschaftsmonitoring enthält eine von der ZHAW im Auftrag der kantonalen Volkswirtschaftsdirektion erstellte Modellrechnung, wonach künstliche Intelligenz das jährliche Produktivitätswachstum im Kanton Zürich über die nächsten zehn Jahre um zusätzlich 1,1 Prozentpunkte steigern könnte – gegenüber einem bisherigen langjährigen Schnitt von rund 0,5 Prozent pro Jahr entspräche das annähernd einer Verdoppelung.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Für Zürcher KMU, insbesondere in den stark betroffenen Branchen Finanzdienstleistungen, Versicherungen, IT und Kommunikation, liefert die Modellrechnung ein starkes ökonomisches Argument dafür, in den produktiven Einsatz von KI zu investieren – gleichzeitig zeigt eine begleitende Unternehmensbefragung, dass bereits 47 Prozent der Zürcher Firmen KI systematisch einsetzen, gegenüber 27 Prozent im Jahr 2024.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
Netzwoche berichtete am 24. September 2026 über das Zürcher Wirtschaftsmonitoring; die Medienmitteilung der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich sowie eine Einordnung des Tages-Anzeigers lieferten zusätzliche Kennzahlen zu Produktivität und Arbeitsmarkt.