In Kürze
- OpenAI hat am 17. September 2026 mit «Astra for Law» eine auf juristische Recherche und Textarbeit zugeschnittene Konfiguration seines Modells GPT-6 Astra lanciert, die auf einen Rechtsindex mit über 230 Millionen URLs und mehr als 99,9 Prozent des veröffentlichten US-Präzedenzfallrechts zugreift.
- In einem Benchmark-Test (Vals AI Legal Research Bench) beantwortete Astra for Law 54 Prozent von 200 Testfragen korrekt, gegenüber 38,7 Prozent für das Standardmodell GPT-6 Astra mit Websuche.
- Zu den 26 Plugin-Partnern, die parallel zum Start integriert wurden, gehört mit DeepJudge auch ein 2021 von drei ETH-Zürich-Absolventen gegründetes Zürcher Legaltech-Unternehmen, dessen Kundschaft unter anderem die Schweizer Kanzleien Homburger, Lenz & Staehelin und CMS Switzerland umfasst.
Was ist passiert?
OpenAI hat am 17. September 2026 «Astra for Law» vorgestellt, eine auf juristische Arbeit zugeschnittene Version seines Modells GPT-6 Astra. Das Angebot kombiniert das Modell mit einem eigenen Rechtsindex, der laut OpenAI mehr als 230 Millionen URLs zu US-Gerichtsentscheiden, Gesetzen, Verordnungen, Gerichtsregeln und Verwaltungsentscheiden umfasst und über 99,9 Prozent des veröffentlichten präjudiziellen US-Fallrechts abdeckt; neue Quellen werden täglich ergänzt. In einem Test anhand von 200 Fragen aus dem privaten Validierungsdatensatz der Vals-AI-Benchmark «Legal Research Bench» beantwortete Astra for Law 54 Prozent korrekt, während das reguläre GPT-6 Astra mit Websuche nur auf 38,7 Prozent kam.
Ausgewählte Kanzleien erhalten über ein «Trusted Access»-Programm in ChatGPT und Codex Zugriff, wo das Angebot in der Modellauswahl als «GPT-6 Astra Law» erscheint; die Legaltech-Unternehmen Harvey und Legora sind als API-Kundinnen genannt. Parallel zum Start gingen 26 von Partnern entwickelte Plugins live, die ChatGPT mit Werkzeugen wie Relativity, Clio, iManage – und dem Zürcher Anbieter DeepJudge – verbinden. DeepJudge wurde 2021 von den ETH-Zürich-Absolventen Paulina Grnarova, Kevin Roth und Yannic Kilcher gegründet und verknüpft firmeninterne Dokumente, E-Mails und Systeme mit KI-gestützter Suche, ohne dass Daten migriert werden müssen; zu den Kundinnen zählen unter anderem die Schweizer Kanzleien Homburger und Lenz & Staehelin, wo DeepJudge eine Nutzungsquote von 90 Prozent unter den Anwältinnen und Anwälten angibt, sowie CMS Switzerland.
Warum ist das wichtig?
Mit Astra for Law positioniert sich OpenAI erstmals mit einem eigens für einen einzelnen Berufsstand konfigurierten Produkt und tritt damit in direkte Konkurrenz zu spezialisierten Legaltech-Anbietern wie Harvey, die bislang oft selbst auf OpenAI- oder Anthropic-Modelle als Basis setzten. Der klare Sprung in der Trefferquote gegenüber dem allgemeinen Modell mit Websuche zeigt, wie stark sich juristische Recherchequalität durch eine kuratierte, spezialisierte Datenbasis statt allgemeiner Websuche verbessern lässt.
Die Einbindung von DeepJudge als Plugin-Partner zeigt zudem, dass die Branche zunehmend auf ein Zusammenspiel aus grossen, allgemeinen Sprachmodellen und spezialisierten Anbietern setzt, die den Zugriff auf firmeninterne, vertrauliche Daten regeln – ein Modell, von dem auch kleinere, hochspezialisierte Schweizer Anbieter wie DeepJudge profitieren können, ohne selbst ein eigenes Basismodell entwickeln zu müssen.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.
- Dass ein Zürcher Start-up neben etablierten US-Anbietern wie Relativity, Clio und iManage zu den Launch-Partnern von OpenAIs erstem dedizierten Rechts-KI-Produkt zählt, unterstreicht die internationale Anerkennung, die Schweizer Legaltech-Expertise in der globalen KI-Branche mittlerweile geniesst.
- Mit Homburger, Lenz & Staehelin und CMS Switzerland setzen bereits mehrere der grössten Schweizer Wirtschaftskanzleien auf KI-gestützte Recherche in ihren internen Systemen – ein Hinweis darauf, wie schnell sich KI-Werkzeuge im als traditionell geltenden Schweizer Anwaltswesen etablieren.
- Da sich Astra for Law selbst vorerst auf US-Recht konzentriert, bleibt die unmittelbare Praxisrelevanz für Recherchen zu Schweizer Recht begrenzt; für international tätige Schweizer Kanzleien mit US-Bezug sowie für Fragen zu Datenschutz und Anwaltsgeheimnis bei US-Cloud-Diensten bleibt das Thema aber relevant.
Verwendete Quellen
SiliconANGLE berichtete am 17. September 2026 über die Lancierung von «Astra for Law»; ergänzende Angaben zu DeepJudge als Plugin-Partner und dessen Schweizer Kundschaft wurden über startupticker.ch und die DeepJudge-Website recherchiert.
Quellenstatus: 2 verlinkte Quellen · 0 von 2 Originaldaten verifiziert. Prüfregeln ansehen
- SiliconANGLE OpenAI launches Astra for Law, a GPT-6 configuration for legal research Originaldatum nicht erfasst Rolle: Ausgangsquelle · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 20. September 2026
- DeepJudge DeepJudge Customer Stories Originaldatum nicht erfasst Rolle: Ausgangsquelle · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 20. September 2026
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu OpenAI lanciert «Astra for Law» – Zürcher Legaltech DeepJudge als Launch-Partner?
OpenAI hat am 17. September 2026 mit «Astra for Law» eine auf juristische Recherche und Textarbeit zugeschnittene Konfiguration seines Modells GPT-6 Astra lanciert, die auf einen Rechtsindex mit über 230 Millionen URLs und mehr als 99,9 Prozent des veröffentlichten US-Präzedenzfallrechts zugreift.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Dass ein Zürcher Start-up neben etablierten US-Anbietern wie Relativity, Clio und iManage zu den Launch-Partnern von OpenAIs erstem dedizierten Rechts-KI-Produkt zählt, unterstreicht die internationale Anerkennung, die Schweizer Legaltech-Expertise in der globalen KI-Branche mittlerweile geniesst.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
SiliconANGLE berichtete am 17. September 2026 über die Lancierung von «Astra for Law»; ergänzende Angaben zu DeepJudge als Plugin-Partner und dessen Schweizer Kundschaft wurden über startupticker.ch und die DeepJudge-Website recherchiert.