In Kürze
- OpenAI hat am 22. September 2026 in einem Blogbeitrag Grundsätze veröffentlicht, nach denen externe Gruppen künftig bereits während Training, Evaluation und Bereitstellung neuer Modelle technische Sicherheitsprüfungen durchführen können sollen – und nicht erst kurz vor der Veröffentlichung, wie bisher meist üblich.
- Als zentrale Anforderungen an solche Prüfungen nennt OpenAI unter anderem robuste Unabhängigkeitsmechanismen, wissenschaftliche Sorgfalt, belastbare Sicherheitspraktiken und klar definierte Zuständigkeiten; als mögliche Partner werden die Organisationen METR und Redwood Research genannt.
- Der neue Blogbeitrag formuliert die Zusagen deutlich zurückhaltender als eine Ankündigung von OpenAI-Chef Sam Altman zehn Tage zuvor, der Prüfenden feste Arbeitsplätze, Zugangsausweise und ein Veröffentlichungsrecht für ihre Erkenntnisse versprochen hatte; konkrete Zugangsbedingungen oder ein fixer Partner werden im neuen Beitrag nicht genannt.
Was ist passiert?
OpenAI hat am 22. September 2026 in einem Blogbeitrag mit dem Titel «Priorities and principles for effective third party assessments» dargelegt, unter welchen Bedingungen externe Gruppen künftig Sicherheitsprüfungen an eigenen KI-Modellen durchführen sollen. Neu sollen solche technischen Prüfungen bereits während Training und Evaluation stattfinden können, statt wie bisher meist erst kurz vor der Veröffentlichung eines Modells. Als Anforderungen an wirksame Prüfungen nennt OpenAI robuste Unabhängigkeitsmechanismen, wissenschaftliche Sorgfalt, belastbare Sicherheitspraktiken sowie klar zugeordnete Verantwortlichkeiten; laut Medienberichten befindet sich das Unternehmen dazu in Gesprächen mit den auf KI-Sicherheitsbewertungen spezialisierten Organisationen METR und Redwood Research.
Wie StreetInsider einordnete, fällt der neue Beitrag deutlich vorsichtiger aus als eine Ankündigung von OpenAI-Chef Sam Altman rund zehn Tage zuvor: Altman hatte externen Prüfenden feste Arbeitsplätze, Zugangsausweise und ausdrücklich das Recht zugesichert, ihre Erkenntnisse zu veröffentlichen. Im neuen Blogbeitrag ist dagegen nur noch davon die Rede, dass Prüfende «für besonders sensible Arbeiten» ins Unternehmen eingebunden werden könnten; ein konkreter Partner sowie feste Zugangsbedingungen werden nicht genannt.
Warum ist das wichtig?
Die Ankündigung reiht sich in eine wachsende Debatte darüber ein, wie unabhängig sogenannte Sicherheitsprüfungen bei grossen KI-Anbietern tatsächlich sind, wenn die geprüften Unternehmen selbst über Zugang, Umfang und Veröffentlichung der Ergebnisse entscheiden. Kritische Stimmen hatten zuvor bereits infrage gestellt, ob von den Anbietern selbst eingebundene externe Gutachterinnen und Gutachter wirklich frei und unabhängig berichten können, wenn ihr Zugang jederzeit widerrufbar bleibt.
Für die internationale KI-Governance-Debatte ist relevant, dass ausgerechnet OpenAI als einer der grössten Modellanbieter nun ein Prinzipiengerüst vorlegt, ohne bislang feste Verpflichtungen einzugehen. Das dürfte den Druck auf andere grosse Anbieter erhöhen, ähnliche – im Idealfall verbindlichere – Prüfmechanismen zu etablieren, während Aufsichtsbehörden und Regulatoren weltweit, auch ausserhalb der EU, zunehmend konkrete Nachweise für sichere KI-Entwicklung statt blosser Absichtserklärungen verlangen.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Redaktionelle Einordnung: Die folgenden Schlussfolgerungen beziehen sich auf die genannten Quellen. Sie sind keine zusätzlichen Meldungen der Originalquelle.
- Die Schweiz verzichtet bislang auf ein eigenes, hartes KI-Gesetz nach Art der EU und setzt stattdessen auf die deutlich weichere KI-Konvention des Europarats sowie auf freiwillige Verpflichtungen der Anbieter; unabhängige Prüfrahmen wie der von OpenAI angekündigte könnten damit faktisch zu einem wichtigen Referenzpunkt werden, an dem sich Schweizer Behörden und Unternehmen orientieren, solange keine eigene Gesetzgebung vorliegt.
- Für Schweizer Unternehmen und Verwaltungsstellen, die OpenAI-Modelle etwa über Microsoft-Azure-Dienste einsetzen, ist relevant, ob und wie unabhängige Sicherheitsprüfungen künftig dokumentiert und offengelegt werden – dies könnte in Beschaffungs- und Compliance-Prozessen als zusätzliches Vertrauenskriterium dienen.
- Der Fall zeigt zugleich, wie stark freiwillige Selbstverpflichtungen grosser KI-Anbieter von der öffentlichen Kommunikation ihrer Chefs abweichen können; für Schweizer Aufsichts- und Datenschutzstellen unterstreicht das die Bedeutung überprüfbarer, statt bloss angekündigter Zusagen bei der Einschätzung ausländischer KI-Anbieter.
Verwendete Quellen
OpenAI legte die Grundsätze am 22. September 2026 im eigenen Blog dar; ergänzende Einordnung und Kontext zu früheren Aussagen von OpenAI-Chef Sam Altman wurden über einen Bericht von StreetInsider eingeordnet.
Quellenstatus: 2 verlinkte Quellen · 0 von 2 Originaldaten verifiziert. Prüfregeln ansehen
- OpenAI Priorities and principles for effective third party assessments Originaldatum nicht erfasst Rolle: Primärquelle · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 23. September 2026
- StreetInsider OpenAI outlines framework for third-party AI safety assessments Originaldatum nicht erfasst Rolle: Ausgangsquelle · Zugriff: Abruf nicht bestätigt · Abruf am 23. September 2026
Häufige Fragen
Was ist die Kernaussage zu OpenAI will unabhängige Gutachter künftig schon während des Modelltrainings zulassen?
OpenAI hat am 22. September 2026 in einem Blogbeitrag Grundsätze veröffentlicht, nach denen externe Gruppen künftig bereits während Training, Evaluation und Bereitstellung neuer Modelle technische Sicherheitsprüfungen durchführen können sollen – und nicht erst kurz vor der Veröffentlichung, wie bisher meist üblich.
Warum ist diese KI-Meldung für die Schweiz relevant?
Die Schweiz verzichtet bislang auf ein eigenes, hartes KI-Gesetz nach Art der EU und setzt stattdessen auf die deutlich weichere KI-Konvention des Europarats sowie auf freiwillige Verpflichtungen der Anbieter; unabhängige Prüfrahmen wie der von OpenAI angekündigte könnten damit faktisch zu einem wichtigen Referenzpunkt werden, an dem sich Schweizer Behörden und Unternehmen orientieren, solange keine eigene Gesetzgebung vorliegt.
Welche Quelle nutzt KI News Schweiz für diese Einordnung?
OpenAI legte die Grundsätze am 22. September 2026 im eigenen Blog dar; ergänzende Einordnung und Kontext zu früheren Aussagen von OpenAI-Chef Sam Altman wurden über einen Bericht von StreetInsider eingeordnet.